Bayer 04 – das Hinrundenzeugnis (Teil 1)

Die Vorbereitung zur Rückrunde hat für die Werkself gerade begonnen. Grund genug einen kurzen Blick zurück auf die Hinrunde der diesjährigen Bundesligasaison zu blicken. Mit 28 Punkten steht man auf Rang 3 der Bundesligatabelle und hat alle Chancen das angestrebte Ziel – die Qualifikation zu Champions League- zu erreichen. Trotzdem lief nicht alles nach Plan und die Werkself lieferte neben atemberaubendem Fußball auch einige schwächere Partien ab. Den Anfang beim Hinrundenzeugnis machen die Abwehrspieler und die Torhüter.

Torhüter

Bernd Leno

Einsätze: 17 x Bundesliga, 8 x Champions League, 2 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 2,91

Bild-Durchschnittsnote: 3,18

Bernd Leno spielte eine solide Hinrunde. Machte aber mit wenigen kleineren und größeren Fehlern auf sich aufmerksam. Diese war man vom beeindruckend souveränen Keeper nicht gewohnt. Das neue Spielsystem brachte Leno einen erhöhten Arbeitsaufwand und eine etwas verändertes Torhüterrolle ein. Insbesondere im fußballerischen Bereich muss sich Bernd Leno noch deutlich verbessern, um auch auf aller höchstem Niveau zu glänzen. Mit senen jungen 22 Jahren gehört Leno trotz seiner etwas schwächeren ersten Saisonhälfte zu den besten Torhütertalenten Europas. In der Rückrunde wird er sich insbesondere in den engen KO-Spielen und in den entscheidenden Bundesligapartien auszeichnen können.

Dario Kresic

Machte kein Spiel und kann daher nicht bewertet werden. Es ist aber beruhigend zu wissen, dass man einen guten Torhüter wie Kresic in der Hinterhand hat.

David Yelldell

Ist wahrscheinlich nur in Leverkusen, um in den Trainingseinheiten mitzuwirken und wird daher auch nicht bewertet.

Niklas Lomb

Das Eigegngewächs im Tor leidet wohl am meisten unter dem Rückzug der 2. Mannschaft. Kann leider keine Spielpraxis sammeln und versauert auf der Bank. Eine 2-jährige Leihe zu einem Drittligisten würde für beide Seiten Sinn machen.

Abwehr

 

Ömer Toprak

Einsätze: 14 x Bundesliga, 8 x Champions League, 1 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 3,23

Bild-Durchschnittsnote: 3,07

Die offensive Spielweise des neuen Trainers Roger Schmidt verlangt von den Innenverteidigern viel ab. Da die komplette Mannschaft weit aufrückt, müssen Toprak und Co viele Zweikämpfe und Laufduelle bestreiten. Nach Ballgewinnen wiederum soll ein schneller vertikaler Pass folgen. Diesem Anforderungsprofil konnte Toprak gerecht werden und hat sich zur echten Stütze der Werkself entwickelt. Er hatte einige überragende Partien, machte aber gerade zum Ende der Hinrunde wieder einige Schnitzer. Trotzdem spielte Toprak eine starke Hinrunde und bildetete mit Spahic ein bärenstarkes Verteidiger-Duo. Hätte er sich für Deutschland entschieden, dann hätte die Werkself einen deutschen Nationalspieler mehr.

Emir Spahic

Einsätze: 16 x Bundesliga, 8 x Champions League, 2 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 3,34

Bild-Durchschnittsnote: 2,94

Er wurde als erfahrener Führungsspieler für die Defensive der jungen Werkself geholt und füllt aktuell diese Rolle auch hervorragend aus. Macht seine Nebenleute durch seine ruhige Art deutlich besser und hilft dem Team mit seiner aggressiven Zweikampfführung. Im Verbund mit Toprak gehört Spahic zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Ständig am Rande eines Platzverweises sind seine Tacklings mittlerweile legendär. Nicht zuletzt wegen der bärenstarken Hinrunde haben die Verantwortlichen der Werkself den Vertrag nochmal verlängert.

Kyriakos Papadopoulos

Einsätze: 4 x Bundesliga, 2 x Champions League, 1 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 4,25

Bild-Durchschnittsnote: 4

Kam als Back-Up in der Innenverteidigung, war dann aber einfach zu häufig verletzt, um zu überzeugen. Immerhin köpfte er im Pokal und in der Champions League2 wichtige Tore. Papadopoulos steht vor einem ungemein wichtigen Jahr in seiner Karriere. Er muss nun unter Beweis stellen, dass er neben großem Talent auch einen Körper besitzt, der für den Profisport geeignet ist. Sollte er in der Rückrunde sein Potezial ausschöpfen, kann er eine wichtige Ergänzung werden und auf eine Weiterbeschäftigung in der BayArena hoffen.

Wendell

Einsätze: 10 x Bundesliga, 3 x Champions League, 1 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 3,67

Bild-Durchschnittsnote: 3,67

Zeigte vor allem international starke Ansätze und wusste mit seiner Technik sowie seiner Geschwindigkeit überzeugen. Leider konnte Wendell diese Leistung nicht konstant auf den Rasen bringen. Sportdirektor Völler analysierte die Hinrunde des Brasilianers in einem RP-Interview sehr treffend: „Wendell hat ja extrem viel Luft nach oben. Der hat großes Potenzial. Was der mit dem Bällchen macht, erinnert mich immer ein bisschen an Zé Roberto.“ Sollte in der Rückrunde noch einen Sprung machen und zum langersehnten Stamm-Linksverteidiger werden.

Sebastian Boenisch

Einsätze: 8 x Bundesliga, 5 x Champions League, 1 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 4,06

Bild-Durchschnittsnote: 3,63

Seine Verpflichtung war zu damaliger Zeit ein absoluter Noteinkauf. Boenisch entwickelte sich vom Notnagel zum unangefochtenen Stammspieler. Dies lag aber nicht ausschließlich an herausragenden Leistungen, sondern eher an dem Mangel an hochwertigen Alternativen. Vor dieser Saison verpflichtete man mit Wendell einen Spieler der zumindest langfristig das Qualitätsproblem auf der Position des Linksverteidigers lösen sollte. Boenisch bleibt schon in dieser Hinrunde nur die Rolle des kampfstarken, defensiveren und erfahreneren Back-ups des jungen Brasilianers. Seine Auftritte waren selten ein Genuss. Er machte das, was er kann, sehr solide. Nicht mehr und nicht weniger.

Roberto Hilbert

Einsätze: 8 x Bundesliga, 2 x Champions League, 1 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 3,64

Bild-Durchschnittsnote: 3,86

Ähnlich wie Boenisch sollte Roberto Hilbert die Rolle des erfahrenen Back-ups hinter Giulio Donati abgeben. Da der Italiener nur kaum überzeugen konnte, erhielt Hilbert seine Chance. Diese nutzte er mit einer sehr guten Partie in Hannover. Danach folgte ein ständiges auf und ab in seinen Leistungen. Er macht zu viele einfache Fehler, um ihn als echte langfristige Alternative auf rechts zu sehen.

Tin Jedvaj

Einsätze: 14x Bundesliga, 5 x Champions League, 2 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 3,50

Bild-Durchschnittsnote: 3,23

Wohl der größte Transfercoup der Werkself im Sommer. Die Leihgabe aus Rom entwickelte sich zu der positiven Überraschung der Werkself. Mit großem Herz, Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und einer sauberen Technik wurde Jedvaj zum besten Außenverteidiger der Werkself. Nach einer hervorragenden ersten Hälfte der Hinrunde, erfolgte nach einem Platzverweis eine solide 2.Hälfte. Sollte nach der Ramalho-Verpflichtung der Rechtsverteidiger der Zukunft werden, wenn man ihn von AS Rom loseisen kann.

Giulio Donati

Einsätze: 6 x Bundesliga, 6 x Champions League,1 x  DFB-Pokal

Kicker-Durchschnittsnote: 4,13

Bild-Durchschnittsnote: 4,50

Der defensivstarke Donati steht im neuen System von Roger Schmidt etwas im Abseits. Er wirkt oftmals im System überfordert und ist in der Offensive kaum zu sehen. Donati braucht wahrscheinlich noch etwas mehr Zeit, um das anspruchsvolle Pressingsystem zu verinnerlichen, da der permanente Vorwärtsdrang nicht seinem Naturell entspricht. Ist aktuell hinter Jedvaj und Hilber die Nummer 3 auf rechts und sollte sich in der Rückrunde zumindest den Status der Nummer 2 zurückholen.

In der nächsten Woche geht es weiter mit den Mittelfeldspielern und den Angreifern der Werkself im 2.Teil des Hinrundenzeugnisses.

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