Bayer 04 kann einen Rückstand aufholen

bayer-vfb2Vor gut 28 000 Zuschauern in der heimischen BayArena gewinnt die Werkself nach großem Kampf mit 2:1 gegen den VfB Stuttgart und vergrößert den Abstand auf die Verfolger im Kampf um die Champions League Plätze deutlich. Nach einem Tor durch Vedad Ibisevic in der 12. Minute, drehte die Werkself durch späte Tore von Kießling und Bender die Partie.

Vor der Partie

Für Linksverteidiger Boenisch rückt Kadlec in die Startformation der Werkself und für Kapitän Rolfes rückte Sam in die Elf. Castro übernahm die Position von Rolfes im defensiven halblinken Mittelfeld.

Bayer- VfB1. Halbzeit: umstrittener Elfmeter für Stuttgart

Bereits in der 1. Minute eine Schrecksekunde für alle Bayer-Fans. Ibisevic unterläuft Bayer-Innenverteidiger Toprak, der sich beim Landen auf dem Rasen das Knie verdreht. Der türkische Nationalspieler muss durch Daniel Schwaab ersetzt werden. Nach 12 Minuten dann der nächste Nackenschlag für das junge Team. Wollscheid kann Ibisevic nach einem langen Ball vor dem Strafraum nur mit einem Foul stoppen und Schiedsrichter Stark entscheidet auf Strafstoß und gelb für Wollscheid. Wohl eine knappe Fehlentscheidung. Für die Werkslef bitter, dass Schiedsrichter Stark ein klares Handspiel nur wenige Momente zuvor übersah. Den fälligen Strafstoß verwandelt der Gefoulte eiskalt. Danach sammelt sich die Werkself und ein groteskes Spiel auf ein Tor beginnt. Bayer 04 Leverkusen hat nun fast die gesamte Zeit den Ball und spielt wie beim Handball um den gegnerischen Sechzehner herum, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Der VfB Stuttgart zieht sich mit allen 11 Spieler bis 35 Metern vor das eigene Tor zurück und beschränkt sich auf das Verteidigen. Gewonnene Bälle werden von den Schwaben fast immer sinnlos nach vorne gedrescht, sodass das Team von Trainerteam Hyypiä/Lewandowski die nächste Welle starten kann. Nur selten gelingt es der Werkself dabei gefährlich. Sam und Kießling haben die einzigen großen Gelegenheiten und die Partie geht mit einem 0:1 in die Halbzeitpause.

2. Halbzeit: Werkself dreht die Partie

In der Halbzeit wechselt die Werkself für den gelb vorbelasteten Reinartz den etwas offensiveren Hegeler ein, der fortan in der Spitze neben Kießling spielen sollte. Das Spiel allerdings änderte sich kaum. Leverkusen fast nur im Ballbesitz und der VfB verlegte sich auf das Kontern. Nun gelang es den Schwaben auch häufiger die Konter zuende zu spielen und gefährlich zu werden. So kamen Gentner und Sakai zu 2 hochprozentigen Chancen, die aber der starke Leno vereiteln konnte. In dieser Phase ist das Team aus Stuttgart der Entscheidung deutlich näher, als Leverkusen dem Ausgleich. In der 77. Minute konnte die Werkself dann erstmals durch Hegeler gefährlich vor das Tor von Sven Ulreich kommen, doch der junge Leverkusener scheitert aus 8 Metern am starken Stuttgarter Keeper. Diese Chance markierte aber die Initialzündung für eine starke Schlussphase der Werkself. Nur 5 Minuten später wehrt Molinaro einen Schuss von Hegeler aus kurzer Distanz im eigenen Sechzehner mit beiden Händen ab, sodass Schiedsrichter Stark auf Handelfmeter entscheiden muss. Den fälligen Strafstoß versenkt Kießling eiskalt. Bayer 04 wollte nun mehr und bekam es auch. In der 86. Minute köpft Bender aus dem Getümmel einen Abpraller überlegt ins Tor und dreht zum Jubeln in die Fankurve ab. Die Stimmung tobt und die Werkself kann erstmals in dieser Saison eine Partie drehen.

Fazit: Bayer erkämpft sich den Sieg

Bayer kann die drückende Überlegenheit nur zu wenigen Torchancen nutzen. Die Halbstürmer Sam und Schürrle machen die Mitte ziemlich dicht und schaffen keine Räume für ihre Mitspieler. Man sucht zu selten den Weg über die Außenbahnen, um in den Rücken der Abwehr zu kommen. Natürlich spielte die schnelle Führung den Stuttgarter in die Karten. Zum Glück wurde aber letztlich die konsequent destruktive Spielweise der Stuttgarter bestraft. Selten hat eine Mannschaft, die zumindest vom Papier her als gleichwertig anzusehen ist, in der BayArena so wenig nach vorne gespielt. Es war kein gutes Bundesligaspiel der beiden Teams, dafür verteidigten die Stuttgarter zu gut und brachte damit jeden Spielfluss zum Erliegen.

Für die Werkself war dies ein wichtiger Sieg im Kampf um die direkte Qualifikation zur Champions League und vor den schweren Spielen in Mainz und zu Hause gegen den FC Bayern.

Ein Blick in die Statistik:

31 zu 5 Torschüsse, 52,9 % gewonnene Zweikämpfe und 65,1 % Ballbesitz sprechen für die deutliche Überlegenheit der Werkself. Bayer 04 spielte über die 90 Minuten 549 Pässe zum Mitspieler, während der VfB lediglich 157 Pässe an den Mitspieler brachte. Der VfB Stuttgart spielte 32,6 % Fehlpässe unter ihnen ein Großteil der Befreiungsschläge der 1. Halbzeit. Der VfB musste nach der Pokalpartie am Mittwoch 123,4 km fast ausschließlich hinter dem Ball herlaufen, während die Werkself „nur“ 118,8 km lief. Mit 13,53 km lief Martin Harnik mit Abstand die längste Strecke, doch hatte mit 31 Ballkontakten auch nur 1 mehr als Werkself-Keeper Bernd Leno, das sind knapp 440 Meter pro Ballkontakt.

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