Bayer 04 Leverkusen – FC Bayern München

Beide Mannschaften mussten aufgrund erlittener Blessuren und Verletzungen im “sinnfreien“ Testländerspieltags ihre Formationen im Vergleich zum letzten Wochenende auf einer Position verändern. Bei Bayer spielte Daniel Schwaab für den verletzten Corluka auf der Position des Rechtsverteidigers und Manuel Friedrich startete in der Innenverteidigung. Beim FC Bayern rückte für den angeschlagenen Ribery der deutsche Nationalspieler Toni Kroos in die Startformation.

Trotzdem standen alle Vorzeichen auf einem Sieg des FC Bayern. Leverkusen konnte seit über 7 Jahren kein Bundesligaspiel gewinnen und der FC Bayern schien nach dem Sieg gegen den FC Schalke 04 wieder zurück in die Spur gefunden zu haben. Außerdem ist es bekannt, dass die Werkself, wann immer es gegen die „großen“ Bayern geht, „die Hosen schon beim Einlaufen voll haben“.

1.Halbzeit:

So begann das Team von Robin Dutt auch die Anfangsphase mit einer gehörigen Portion Angst und Ehrfurcht. Leverkusen versuchte in der 1. Halbzeit durch offensives Pressing die Bayern bereits beim Spielaufbau zu stören, dies gelang vor allem in den ersten 25 Minuten nur mangelhaft, da man eine schlechte Raumaufteilung hatte. Dadurch gelang es den Bayern immer wieder gefährlich hinter das Mittelfeld der Werkself zu gelangen und auf die Abwehr Leverkusens zuzulaufen. Aus dieser Überlegenheit kamen die Bayern in den ersten 45 Minuten zu einigen großen Chancen, doch entweder scheiterte die Bayern-Offensive am eigenen Unvermögen, dem starken Bayer-Keeper Bernd Leno oder am aufopferungsvoll kämpfenden Manuel Friedrich. Aber auch Leverkusen kam zu einer Großchance, die Andre Schürrle nach einem Traumpass von Renato Augusto kläglich vergab. So ging es mit einem für Leverkusen sehr schmeichelhaften 0:0 in die Kabine.

2. Halbzeit

Danach wechselte der oft kritisierte Robin Dutt sehr mutig und brachte den Stürmer Eren Derdiyok für Abwehrspieler Manuel Friedrich. Castro agierte fortan als offensiver Rechtsverteidiger und Daniel Schwaab rückte auf die Innenverteidigerposition, die er bereits die gesamte Rückrunde überzeugend spielen konnte. Während bei Bayern die Marschroute unverändert blieb, spielte Leverkusen in der 2. Halbzeit ein 4-4-2 mit offensivem Pressing und konnte mit dieser Taktik den Aufbau der Bayern deutlich besser stören. Was sich nun entwickelte war ein offener Schlagabtausch, indem beide Mannschaften zu Chancen kommen konnten. Nachdem in der 61. Minute Franck Ribery für Mario Gomez in die Partie kam, dachten nicht nur viele Bayern-Fans, dass nun die Wende im engen Spiel kommen würde, aber das Gegenteil passierte. Die Werkself hatte in der Folgezeit ihre stärkste Phase und kam zu einigen hochkarätigen Chancen. In der 79. Minute dann der verdiente Lohn für die mittlerweile auch spielerisch bessere Werkself: Nach einer Augusto-Flanke greift Nationaltorhüter Manuel Neuer daneben. Derdiyok rettet den fast unerreichbaren Ball mit einem Fallrückzieher vor der Auslinie und spielt den Ball in die Mitte, wo Kießling einsam einschießen kann. Der Rekordmeister versuchte es danach mit der Brechstange, warf alles nach vorne und wurde prompt ausgekontert. Castro erkämpft sich gegen Lahm den Ball, Rolfes spielt dem durchstartenden Bayer-Kapitän in den Lauf und dieser legte am gegnerischen Sechzehner quer auf den Youngster Bellarabi, der ins linke Eck einschießen konnte. Die BayArena bebte. Fans, Mannschaft und Trainer feiern ihre Versöhnung im weiten Rund.

Fazit:

Im Basketball würde man sagen, dass Robin Dutt seinen Trainer-Kollegen und Vorgänger „ausgecoacht“ hat. Im Gegensatz zu Heynckes erkannte Robin Dutt die Spielsituation und ergriff in der Halbzeit die passenden Maßnahmen, um die Münchener Abwehrschwäche zu nutzen. Natürlich muss man Jupp Heynckes zu Gute halten, dass bei effizienter Chancenverwertung der FC Bayern schnell in Führung gestanden hätte. Trotzdem bleibt schlussendlich vor allem aufgrund der starken 2. Hälfte ein verdienter Sieg der Werkself. Außerdem schoss Bayer öfter auf das Tor, gewann mehr Zweikämpfe und lief deutlich mehr als der FC Bayern, sodass man sich die 3 Punkte redlich verdiente.

Die Münchener verabschieden sich somit (vorerst) aus dem Meisterrennen. Leverkusen hingegen kann nun mit Rückenwind in die Partie gegen den FC Barcelona am Mittwoch gehen und in der Bundesliga, bei nur 4 Punkten Rückstand auf den FC Schalke, den Angriff auf einen Champions League-Platz starten.

3 Responses to Bayer 04 Leverkusen – FC Bayern München

  1. konny sagt:

    mea culpa – ich hatte in meiner prognose kräftig daneben gegriffen, war halt viel viel glück dabei und manu seh ich nicht ganz so positiv, weil er auch die ein o andre schlechte szene hatte, aber insg kann man dir nur zustimmen

    • djs2e sagt:

      Das „aufopferungvoll“ war auf die Rettungsaktion beim Gomez-Schuss gemünzt. Insgesamt war ich von der Leistung sehr überrascht und freue mich über die 3 Punkte. Die Dutt-Kritiker werden jetzt hoffentlich etwas Ruhe geben.

  2. […] Spitzenspiel Bayer 04 Leverkusen – FC Bayern München liefen die jungen Werkself-Kicker knapp 7 Kilometer mehr als die Spieler des Rekordmeisters. Vor […]

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