Bayers Aufholjagd wird nicht belohnt

Vor knapp 29 000 Zuschauern in der BayArena verliert die Werkself ein verrücktes Spiel gegen den VfL Wolfsburg mit 4:5. Nach einer unterirdischen ersten Hälfte startete die Werkself in der 2. Hälfte eine großartige Aufholjagd, doch der vierfache Dost verhinderte ein Happyend.

Vor der Partie:

Trainer Roger Schmidt tauscht seine Startformation auf 3 Positionen aus. Für die gelbgesperrten Toprak und Wendell rücken Papadopoulos und Boenisch ins Team. Für Julian Brandt darf Heung-Min Son nach seiner Rückkehr von den Asienmeisterschaften wieder starten.

1. Halbzeit: Bayer grottenschlecht

Das Team von Bayer 04 Leverkusen hat nach der Niederlage gegen Werder Bremen den Druck, den Sbstand auf den VfL Wolfsburg nicht zu groß werden zu lassen und so beginnt die Werkself auch. Bereits nach 3 Minute kommt Bellarabi nach einem Zuspiel von Lars Bender aus 15 Metern frei zum Schuss, doch Torhüter Benaglio kann die Kugel am Tor vorbeilenken. Doch nach dem guten Start übernehmen die Gäste die Kontrolle und kommen mit der ersten Chance durch Dost zur Führung. Der Niederländer köpft im Zentrum nach einer Flanke von Vierinha freistehend zum 1:0 ein. Nur wenige Minuten später verhindert Leno mit einem Blitzreflex das 2:0 nach einem Rodriguez-Freistoß aus dem Halbfeld. Beim 2:0 in der 17. Minute ist der Werkself-Keeper aber nicht ganz unschuldig. Ein direkter Freistoß von Naldo aus 34 Metern lässt Leno halbrechts einfach durchrutschen. Was ein Bock des jungen Keepers! Danch versucht sich die Werkself wieder zu fangen und kann durch Bellarabi und einen Calhanoglu-Freistoß für Torgefahr sorgen, doch beide Schüsse verfehlen knapp das Tor. Besser macht es hingegen Wölfe-Stürmer Dost in der 29. Minute. Nach einem erneuten Fehler der Bayer-Defensive, diesmal in Person von Emir Spahic, kann de Bruyne auf rechts einfach an Hilbert vorbeigehen und findet im Zentrum Bas Dost, der zum 3:0 trifft. Schon vor der Pause ist Bayer 04 Leverkusen dem Debakel sehr nahe, aber Schürrle scheitert 2mal kläglich am eigenen Unvermögen und kann das Ergebnis nicht noch höher schrauben.

2. Halbzeit: 3 Wechsel und die Wende

In der Halbzeitpause verändert Roger Schmidt sein Team auf 3 Positionen und es kommen Brandt, Rolfes und Drmic für die schwachen Kießling, Bender und Calhanoglu. Die anderen 8 Spieler hätte es aber genauso treffen können, denn sie waren keinen Deut besser. In der Folgezeit versucht die Werkself wenigstens noch ihre Würde zu retten und der Schmach zu entgehen. Dabei bekommen Sie in der 57. Minute Unterstützung von Schiedsrichter Dankert. Bellarabi dribbelt in den Strafraum, zieht aus 10 Metern ab. Benaglio kann die Kugel nicht festhalten, ist aber mit einer Hand am Ball, da kommt Son angespurtet und schießt ihm die Kugel aus der Hand ins Tor. Nach Rücksprache mit seinem Schiedsrichterassistenten gibt Dankert das Tor. Klare Fehlentscheidung! Nur 5 Minuten später ist es wieder der Südkoreaner, der der Werkself Hoffnung auf die Wende gibt. Ein langer Ball von Papadopoulos wird länger und länger, Benaglio entscheidet sich aus seinem Tor zu stürmen, da spitzelt Son die Kugel an ihm vorbei zum Anschlusstreffer. Geht da doch noch etwas?

Nur eine Minute später: Ernüchterung in der BayArena. Rodriguez flankt aus dem Halbfeld in den Strafraum, wo Dost, wer auch sonst, die Kugel zum 4:2 ins Tor drückt. Jetzt wird es vogelwild! Beide Teams haben längst jede taktische Ordnung ad acta gelegt. Nun ist Bayer wieder am Zug und Son schießt in der 67. Minute mit links ins kurze Eck zum erneuten Anschlusstreffer. Nach einer weiteren guten Chance durch Josip Drmic ist es schließlich Karim Bellarabi, der den Ausgleich erzielen kann. Wieder ist es ein langer Ball aus der eigenen Hälfte, den Wölfe-Verteidiger Knoche unterschätzt. Bellarabi ist alleine durch und trifft per Beinschuss! Die BayArena steht Kopf! Die Werkself hat die Partie tatsächlich gedreht.

Die Partie ist aber noch lange nicht beendet. 10 Minuten vor Schluss erweist der erfahrene Innenverteidiger Emir Spahic seinem Team einen Bärendienst und fährt bei einem Kopfballduell am Mittelkreis gegen Bas Dost den Ellenbogen aus. Schiedsrichter Dankert zückt gelb-rot und Bayer muss die Partie mit 10 Mann beenden. Und es kommt wie es kommen musste in dieser verrückten Partie. Letzte Minute der Nachspielzeit: Bayer kommt auf der rechten Seite mehrfach zu spät in die Zweikämpfe. Vierinha nutz das gekonnt aus, flankt ins Zentrum, wo Leno zögert und Bas Dost aus kurzer Distanz zum 5:4 treffen kann. Der Schlusspunkt einer unglaublichen Partie!

Fazit: Vogelwilder Kick ohne Happyend

Ein Spiel mit 2 unterschiedlichen Hälften und nicht-existenten Abwehrreihen. In der ersten Hälfte dominierte Wolfsburg die Partie und hätte bei besserer Chancenverwertung auch höher führen können. In der 2. Hälfte drehte die Werkself mit einer ganz anderen Einstellung die Partie und verdiente sich einen Punkt, doch der überragende Bas Dost verhinderte mit seinem Last-Minute-Treffer die Punkteteilung.

In der ersten Hälfte überzeugten die Wölfe durch ihr schnelles Umschaltspiel. Nach Fehlern des Gegner wurde immer wieder sehr schnell umgeschaltet und Fehler machte die Werkself zu Hauf. Immer wieder startete Wolfsburg über den bärenstarken de Bruyne und den pfeilschnelle Schürrle gefährliche Konter. Häufig rückten die Außenverteidiger schnell nach und sorgten so für viel Druck auf den Außenbahnen. War eine Seite zu verlagerten die Wölfe die Seite mit langen Seitenwechseln und fanden immer einen freien Mitspieler. Die Werkself hatte ein so hohe Fehlerquote, dass Wolfsburg mit konsequenter Chancenverwertung noch mehr Tore erzielt hätte. Nach der Pause und den Spielerwechseln versprühte die Werkself deutlich mehr Elan und konnte sogar noch ausgleichen. Der überragende Bas Dost und das schwache Verhalten von Leno und Papadopoulus beim 5.4 verhinderten ein Happyend bei diesem wilden Kick.

Gegen den FC Augsburg in der kommenden Woche muss die Werkself punkten, da Bremen und Hoffenheim langsam auf Schlagdistanz kommen.

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