Calhanoglu zaubert Bayer ins Viertelfinale

In einer sehr umkämpften Partie vor knapp 27 000 Zuschauern in der BayArena sichert ein Zauberfreistoß in der Verlängerung von Hakan Calhanoglu das Weiterkommen für die Werkself. Dabei hatte die Werkself über weite Strecken große Probleme mit disziplinierten, aber auch sehr frechen Lauterern.

Vor der Partie:

Werkself-Trainer Roger Schmidt wechselte im 3. Spiel innerhalb einer Woche gleich mehrfach. Für den verletzten Lars Bender rückte Gonzalo Castro ins Teams. Für die Außenverteidiger Wendell und Hilbert durften Boenisch und Donati von Beginn an ran. Der gesperrte Son wird durch den jungen Brandt ersetzt und Drmic darf wieder für Kießling stürmen.

1. Halbzeit: FCK hellwach

Bayer begann, wie sich das für einen Bundesligisten gehört, aktiver und setzte Kaiserslautern schon früh unter Druck. Der FCK lauerte seinerseits auf Konter und versuchte defensiv nichts zuzulassen. Doch gerade in der Anfangsphase konnte die Werkself einige gefährliche Situationen herausspielen. Zunächst scheiterte Boenisch per Kopf(6.). Dann prüfte Brandt mit einem Flachschuss Torhüter Müller. In der 19. Minute dann die größte Chance für die Werkself: Boenisch flankt ins Zentrum, wo Rolfes knapp am Tor vorbeiköpft. Danach kam der FCK besser in die Partie und durch einen Kopfball von Zoller, der knapp am Tor vorbeirauschte, zur ersten Torchance. In der 30. Minute folgte dann der erste Aufreger der Partie. Brandt lupft den Ball in den Lauf von Bellarabi, der alleine auf Müller zulaufen kann, doch das Schiedsrichtergespann entscheidet fälschlicherweise auf Abseits. Im direkten Gegenzug zeigt Keeper Leno in welch grandioser Form er sich befindet. Nach einer Ecke köpft Matmour ins Zentrum, wo Ring freistehend ins rechte Toreck köpfen kann, doch Leno rettet mit einem Blitzreflex. So ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause. Die Werkself hatte zwar mehr vom Spiel, doch der FCK hatte die größere Chance zur Führung.

2. Halbzeit: Bayer übernimmt die Kontrolle

Auch nach der Halbzeitpause blieb der FCK durch schnelle Kontersituationen gefährlich. So auch in der 50. Minute als Matmour Zoller mit einer Flanke von links bedient, die dieser aus kurzer Distanz nicht verwerten kann. Danach war Bayer besser in der Partie und drückte auf die Führung. Der FCK konnte sich in dieser Phase kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien. Topraks Kopfball nach einer Calhanoglu-Ecke flog über das FCK-Gehäuse. Wenig später boxte Müller einen Brandt-Schuss aus der rechten Ecke. Bellarabis Schuss in der 73. Minute konnte auch durch FCK-Keeper Müller abgewehrt werden. Die Werkself biss sich nun die Zähne an dem Abwehrbollwerk der Lauterer aus. Da auch der FCK -außer einem Demirbay Fernschuss- offensiv wenig zu bieten hatte, ging es in die Verlängerung.

Verlängerung: Hakan mit dem Kunstschuss

In der Verlängerung zeigte sich erstmals ein echter Klassenunterschied. Die Werkself setzte sich am Strafraum der roten Teufel fest und setzte auch das erste Ausrufezeichen. Fast aus dem Nichts ballerte Bellarabi die Kugel in der 98. Minute aus 25 Metern an die Querlatte. In der gleichen Minute schoss Toprak aus kurzer Distanz knapp am Tor vorbei. So musste letztlich eine Standardsituation für die verdiente Führung der Werkself sorgen. Kunstschütze Hakan Calhanoglu legte sich in der 102. Minute 25 Meter vor dem Tor die Kugel zurecht und zwirbelte aus halbrechter Position die Kugel ins rechte untere Eck. Jubel in der BayArena! Die Erlösung war allen Beteiligten anzumerken. Danach versuchte Bayer die Uhr runterzuspielen und den Ball zirkulieren zu lassen. Da der FCK nun aufmachen musst, ergaben sich natürlich Räume für die Werkself. In der 112. Minute läuft Kießling mutterseelenallein auf Müller zu, doch der eingewechselte Stürmer vergibt kläglich. Nur eine Minute später bekommt der gescholtene wieder eine Möglichkeit, als Orban und Müller uneinig waren und netzt zum 2:0 ein. Damit war die Partie durch und Leverkusen der verdiente Sieger gegen tapfere Lauterer.

Fazit: 3 Siege in 7 Tagen

Die Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern wurde wie erwartet zu einer ganz harten Nuss. Dabei spielte wieder einmal der Kunstschütze Calhanoglu den Nussknacker. Tapfere Lauterer hielten stark dagegen, standen defensiv stabil, konterten sehr konsequent und waren in der ersten Halbzeit der Führung nahe. Bayer hingegen brauchte im 3. Spiel innerhalb der letzten 7 Tage eine Halbzeit, um richtig ins Spiel zu finden. In der Verlängerung übernahm die Werkself dann vollständig die Kontrolle und entschied die Partie folgerichtig für sich.

Bernd Leno im Tor war da als er gebraucht wurde und hielt seinen Kasten sauber. Die beiden Innenverteidiger erhielten früh ihre gelben Karten und standen mehrfach vor dem Platzverweis. Bei etwas konsequenterer Spielleitung wäre Spahic wahrscheinlich in der 2. Hälfte vom Platz gegangen. Ansonsten spielten beide stark und hielten die Null. Außenverteidiger  Donati durfte sich nach langer Zeit nochmal beweisen, konnte seine Chance aber nicht nutzen. Er wurde folgerichtig durch den agileren und stabileren Hilbert ersetzt. Der junge Italiener machte bis zu seiner Auswechslung zu viele leichte Fehler, stand häufig falsch und foulte unnötig. Auf der anderen Seite machte es Boenisch kaum besser, stand aber zumindest defensiv stabil. Auf der Doppelsechs machte Oldie Simon Rolfes eine überzeugende Partie. Er ging voran und zeigte einen unbändigen Willen ins Viertelfinale einziehen zu wollen. Sein Pendant Gonzalo Castro war nicht so stark wie zuletzt, verteilte aber klug die Kugel. Er passt aber deutlich besser zu Lars Bender als zu Simon Rolfes. Die offensiven Außen Brandt und Bellarabi hatte auch nicht ihren besten Tag. Während Brandt zumindest Aktivposten der regulären Spielzeit war, blieb Bellarabi bis zur Verlängerung fast unsichtbar, dribbelte sich mehrfach fest und verpasste die richtige Entscheidung. Für Julian Brandt galt Ähnliches, auch wenn er deutlich aktiver war. Hakan Calhanoglu schoss mit einem Traumtor den Siegtreffer. Nicht mehr und nicht weniger. Im Sturm startete Drmic, der aktuell die Nase vorn hat, sehr agil, baute aber mit zunehmender Spielzeit deutlich ab. Der eingewechselte Kießling erzielte das 2:0 und beruhigte damit die Fans der Werkself, doch auch er bot Licht und Schatten.

Insgesamt kann Bayer 04 Leverkusen mit einer schwachen Leistung ins Viertelfinale des DFB-Pokals einziehen. Es war ein Sieg der Einstellung und des Willens der Truppe von Roger Schmidt. Am Sonntag (17.30 Uhr) geht es für Bayer Leverkusen mit einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger SC Paderborn weiter.

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