Das Große Saisonfazit: Plätze 7-12

Nachdem bereits die Leistungen der ersten 6 der Abschlusstabelle analysiert wurden, werden nun die  Leistungen der Mannschaften aus dem Mittelfeld untersucht. Darunter Mannschaften, die Höheres anstrebten, aber auch einige Überraschungsmannschaften haben ihren Weg ins Mittelfeld gefunden.

7. Hannover 96- Erfolgssaison bestätigt

Saisonziel: Qualifikation Europa League

Erreicht: Qualifikation Europa League

Nachdem sich die Niedersachsen in der letzten Saison überraschend für die Europa League qualifizieren wollten, war es dieses Jahr das Ziel die gute letzte Saison zu bestätigen und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in 2 aufeinander folgenden Jahren in das internationale Geschäft einzuziehen. Zwar konnte man vor allem in der Bundesliga nicht an die teilweise überragenden Leistungen der letzten Saison anknüpfen. Insbesondere die eklatante Auswärtsschwäche verhinderte ein besseres Abschneiden in der Bundesliga. Trotzdem kann man mit dieser Saison zufrieden sein, da man in der Bundesliga wesentlich potentere Vereine hinter sich lassen konnte und ins internationale Geschäft einzog. Gerade in diesem brillierten die Hannoveraner in dieser Saison besonders. So stieß man bis ins Viertelfinale vor, wo man gegen die starken Basken von Atletic Bilbao den Kürzeren zog. Den Hannoveraner ist es in dieser Saison endgültig gelungen sich von dem Image der „Grauen Maus“ zu lösen und zum ernsthaften sowie dauerhaften Anwärter für die Euro League zu werden. In diesem Zusammenhang ist die Arbeit von Trainer Mirko Slomka und Manager Jörg Schmadtke als Hauptursache für den Erfolg von Hannover 96. In der nächsten Saison wird man wieder versuchen um die Plätze 5-7 mitzuspielen und international an die diesjährigen Erfolge anzuknüpfen

8. VfL Wolfsburg-Teures Übergangsjahr

Saisonziel: Qualifikation Europa League

Erreicht: 8.Platz

Nachdem man in der letzten Saison nur knapp den Abstieg vermeiden konnte, wollte man sich in dieser Saison für das internationale Geschäft qualifizieren. Für dieses Ziel investierte Manager und Trainer Felix Magath mit der Unterstützung des VW-Konzerns vor der Saison über 20 Millionen Euro. Im Winter verpflichtete Magath nach seinem Trial&Error-Prinzip Spieler für weitere 30 Millionen Euro. Diese Investitionen zahlten sich zum Leidwesen der Wolfsburger nicht aus und der VfL verpasste die Qualifikation zum internationalen Geschäft. Zwar hat der VfL mit dem widererstarkten Patrick Helmes und dem Kroaten Mario Mandzukic eine starke Offensive, was aber teilweise in den Mannschaftsteilen dahinter stattfand, genügte selten höheren Ansprüchen. Zur neuen Saison wird Felix Magath wahrscheinlich wieder auf Einkaufstour gehen, doch diesmal werden vor allem Defensivspieler gefragt sein. Sollte es Felix Magath gelingen durch seine eigenwillige Art der Talentsichtung die Abwehr zu stabilisieren, so ist im nächsten Jahr ein Platz im internationalen Geschäft möglich.

9. SV Werder Bremen-Misserfolg führt zum Umbruch

Saisonziel: Qualifikation Europa League

Erreicht: 9.Platz

Nach einer guten Hinrunde stand der SV Werder Bremen mit 29 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz, nur 4 Punkte hinter dem Überraschungsteam aus Mönchengladbach. In der Rückrunde konnten die Bremer lediglich mickrige 13 Punkte sammeln, sodass am Ende der Saison ein unbefriedigender 9. Tabellenplatz zu Buche steht. Gründe für das schlechte Abschneiden sind zum einen das fast schon traditionelle Bremer Verletzungspech und die Formschwäche einiger Leistungsträger. Zudem muss Trainer Thomas Schaaf eine unglückliche Transferpolitik ausbaden und mit einem Kader auskommen, der keineswegs für höheres geeignet ist. Da Werder Bremen mit den sicheren Abgängen von Tim Wiese, Claudio Pizarro und Marko Marin einen Umbruch eingeläutet hat, wird der SV Werder Bremen in der nächsten Saison aller Voraussicht nach wieder nicht um die internationalen Plätze mitspielen können. Um doch noch in den Kampf um die internationalen Plätze einzugreifen, müssen die eingenommenen (Ablöse Marin) und eingesparten (Gehalt Marin, Pizarro, Wiese) sinnvoll investiert werden. Dabei müssen diesmal alle Transfers von Manager Klaus Allofs sitzen.

10. 1.FC Nürnberg- souveräner Klassenerhalt

Saisonziel: Klassenerhalt

Erreicht: 10.Platz

Nachdem der 1.FC Nürnberg vor der Saison den Abgang der drei Säulen aus dem letzten erfolgreichen Bundesligajahr zu verkraften hatte, konnte das Saisonziel in dieser Saison nur Klassenerhalt lauten. Zu Beginn der Saison konnten  die Abgänge der Spieler Gündogan, Ekici und Schieber nur schwer kompensiert werden und man stellte sich beim Club schon auf den schweren Abstiegskampf ein.  Das der Club sich schließlich doch sehr souverän in der ersten Bundesliga halten konnte hatte mehrere Gründe. Zum einen behielt man zu jeder Zeit im Verein die nötige Ruhe, was sich letztendlich auszahlte. Außerdem kam es bei manchen Spielern zu einer wahren Leistungsexplosion, so entwickelte sich Daniel Didavi zu einem Leistungsträger, Tomas Pekhart lief nicht mehr nur viel, sondern traf auch noch das Tor und Phillip Wollscheid avancierte zu einem der besten Innenverteidiger der Bundesliga. All das gepaart mit ruhigen und konzentrierten Arbeit von Trainer Dieter Hecking führte letztlich zum souveränen Klassenerhalt. Zur neuen Saison stehen Trainer Dieter Hecking und Manager Martin Bader erneut vor einem kleinen Neuaufbau, da ihnen mit Phillip Wollscheid, Jens Hegeler, die nach Leverkusen wechseln, und dem lange Ausfallenden Shootingstar Daniel Didavi drei mehr oder weniger wichtige Spieler fehlen werden. So kann zur neuen Saison das Ziel wieder nur Klassenerhalt lauten.

 11. TSG Hoffenheim-Hopp und die Missverständnisse

Saisonziel: einstelliger Tabellenplatz

Erreicht: 11.Platz

Dietmar Hopp prophezeite vor dieser Saison, dass die TSG Hoffenheim kleinere Brötchen backen müsse und er nicht mehr bereit wäre so viel in den Fußball zu investieren. Folgerichtig verpflichtete man einen Trainer, der es gewohnt war viel aus geringen Mitteln zu machen und dabei großen Wert auf die Jugendarbeit legte. Doch Holger Stanislawski passte von seinem extrovertierten Naturell schlecht in das Bild des „Dorfvereins“ mit großen Ambitionen. Die Chemie zwischen Team, Trainer, Manager und Vorstand schien über die gesamte Saison nicht zu stimmen und folgerichtig wurde zuerst  Trainer Holger Stanislawski und dann Manager Ernst Tanner entlassen. Erst als Markus Babbel als Trainer installiert wurde, schien bei der TSG wieder etwas Ruhe und Disziplin einzukehren. Doch auch der ambitionierte Trainer Markus Babbel musste erkenn, dass der Kader nicht höheren Ansprüche genügt. Zur neuen Saison hat Trainer und Manager Markus Babbel  auf diesen Missstand reagiert und verpflichtete mit Tim Wiese, Eren Derdiyok, Mattieu Delpierre und Stefan Schröck 4 Spieler, die die Qualität der Mannschaft aus dem Kraichgau deutlich steigern sollten, sodass in der nächsten Saison das Ziel nur die Qualifikation für das internationale Geschäft lauten kann.

12. SC Freiburg- der große Streich

Saisonziel: Klassenerhalt

Erreicht: 12.Platz

Nachdem zu Saisonbeginn Erfolgstrainer Robin Dutt zu Bayer 04 Leverkusen wechselte wurde mit Marcus Sorg ein im Profigeschäft gänzlich unerfahrener Trainer installiert. Unter ihm gelang es dem SC Freiburg zwar gut zu spielen, doch nur selten zahlte die engagierte Spielweise durch Punkte aus. Die Freiburger liefen am meisten, hatten viel Ballbesitz und zeigten offensiv gute Ansätze, doch meisten fingen sie sich unnötige Gegentore nach individuellen Fehlern und standen schlussendlich nach der Hinserie mit 13 Punkten auf Rang 18. Für viele galt der  SC Freiburg schon als erster Absteiger. Doch dann kam Christian Streich und hauchte dem SC Freiburg durch seine unorthodox charismatische Art neues Leben ein. Nachdem man in der Winterpause Stürmerstar Papiss Demba Cisse nach Newcastle verkaufte und im Gegenzug wichtige Neuverpflichtungen tätigte bzw. Jugendspieler einbaute, spielte die Mannschaft um Trainer Christian Streich in der Rückrunde stark und konnte verdientermaßen den Abstieg verhindern. Zur neuen Saison wird der SC Freiburg wieder gegen den Abstieg spielen, doch sollte der Streich-Effekt weiterhin anhalten und die Mannschaft dauerhaft mit der Leidenschaft und Einsatzbereitschaft der Rückrunde spielen, sollte auch der erneute Klassenerhalt im Bereich des mögliche liegen.

 

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