Das Image von Bayer 04 Leverkusen

Bayer Leverkusen ist zumindest mir bekannt für eine hochtalentierte Mannschaft, die in idyllischer Atmosphäre überwiegend attraktiven Fußball bietet. Dies scheint aber nicht in der ganzen Nation so anzukommen. Anders kann man den Vorstoß von Stefan Reinartz vor kurzer Zeit in einem Interview nicht deuten. „Ich weiß nämlich gar nicht so genau, wie der Verein gesehen werden will“ monierte der defensive Mittelfeldspieler. Vor allem die mangelnde Wertschätzung der starken letzten Saison stört den gesamten Verein.

Das Image des Werksklubs

Die „Werkself“, wie Bayer 04 Leverkusen nicht nur hier gerne genannt wird, hat ein waschechtes Imageproblem. Jahrelang war Leverkusen bekannt für atemberaubenden, innovativen Fußball. Nicht zuletzt die Saison 2001/2002 zeigte aller Welt, dass Bayer 04 Leverkusen im Konzert der Großen mitspielen kann. Mit innovativer Taktik, überragenden Einzelspielern und einem charismatischen Manager Rainer Calmund war man das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Garniert wurde das Ganze mit einer Prise brasilianischer Ballkunst. Und schon hatte man einen Verein, der respektiert, bewundert und auch geliebt wurde. Danach folgte der Abgang von Rainer Calmund und der etwas bärbeißige Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser übernahm das Ruder. Fortan ging es weniger um Leidenschaft und Emotionen als um finanzielle Löcher und innovative Ideen den großen Fußball zu „verbessern“. Die Sympathie, die Emotion und die Warmherzigkeit wich dem kühlen intelligenten Wirtschaften eines Konzerns. Sicherlich ist diese Entwicklung nicht allein der Person Wolfgang Holzhäuser zuzuschreiben, sondern eher einem gesellschaftlichen Trend.

Es folgten viele Missverständnisse und Leverkusen war plötzlich nicht mehr „cool“, sondern wieder eine graue Maus, die keiner so recht lieb haben wollte. Ob man Fünfter, Siebter oder Achter wurde, letztendlich war es dem Großteil Deutschlands egal. Man spielte nicht mehr innovativ, nicht mehr attraktiv und brasilianische Ballkunst war auch keine mehr zu erkennen. Nach einer kurzen und sehr erfolgreichen Amtszeit von Jupp Heynckes, die immer von atmosphärischen Störungen geprägt war und einem weniger erfolgreichem Intermezzo von Robin Dutt, schaffte ein Trainerduo, was kaum jemand glauben wollte. „Jugendtrainer“ Sascha Lewandowski und „Fußballidol“ Sami Hyypiä ließen die Werkself wieder innovativen, attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen. Darüber hinaus sind Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä äußerst sympathische und eloquente Persönlichkeiten. Fußball in der BayArena macht wieder Spaß. Fans und Mannschaft fanden wieder zueinander und der Erfolg stellte sich ein. Nur außerhalb Leverkusens wird der Verein trotzdem nur wenig gewürdigt. Der „böse“ FC Bayern und der Robin Hood aus dem Ruhrgebiet bestimmen die Medien. Selbst der FC Schalke, der in der letzten Zeit kaum überzeugen konnte, erhält mehr Medienpräsenz.

Bayer 04 Leverkusen gehört längst zum Inventar der Bundesliga, weiß aber selber nicht wo es wirklich hingehört. Tradition hat man, aber damit hausieren gehen, will man nicht. Ein Werksklub ist man, aber mit Hoffenheim und Wolfsburg will man nichts zu tun haben. Bayern, Dortmund und Schalke sind die Kragenweite, aber so richtig mitspielen darf man nicht. So richtig weiß glaube ich keiner, wofür Bayer 04 Leverkusen steht. Nun liegt es an den Verantwortlich dies herauszufinden.

Wofür steht Bayer 04 Leverkusen in euren Augen? Schreibt mir eure Meinung?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Unterstütze MyFuba mit einem Likeschliessen
oeffnen