Der Neidfaktor

Aktuell spielen die deutschen Fußballfrauen in Schweden um Europas Krone. Trotz der Qualifikation für das Viertelfinale am Sonntag gegen Italien, konnte die DFB-Elf nur selten überzeugen. Neben vielen Verletzungen ist auch Silvia Neid ein großer Faktor für die grausame Spielweise der Nationalelf.

Ausfälle der Stammspieler wiegen schwer

Die Ausfälle einiger Stammspieler wiegen doch schwerer als zunächst erwartet. Außenverteidigerin Babett Peter wird mit Ihrer Schnelligkeit und dem Drang nach vorne schmerzlich vermisst. Ohne das große Sturmtalent Alexandra Popp geht der Nationalelf die Torgefahr ab. Nicht zielstrebig genug agiert die deutsche Offensive. In der Schaltzentrale fehlen mit Linda Bresonik und Viola Odebrecht 2 enorm wichtige Spielerinnen, sodass die zumindest spielerisch beste deutsche Innenverteidigerin Lena Gößling auf der „Sechs“ aushelfen muss. Neben diesen vier Hochkarätern fehlen Kim Kulig und Verena Feißt, die sicherlich zu den besten Spielerinnen Deutschlands gehören. Die Kohlen aus dem Feuer holen, müssen junge Spielerinnen, wie Jennofer Cramer, Leonie Maier, Melanie Leupholz oder Lena Lotzen

Triplesieger Wolfsburg = internationale Spitze

Mit dem VfL Wolfsburg hat Deutschland die beste europäische Vereinsmannschaft. Trotzdem gehört man nicht mehr zum engsten Favoritenkreis, obwohl in der Startformation des Triplesiegers 10! Deutsche Spielerinnen stehen. Alleine diese Auswahl müsste eigentlich für die Weltspitze genügen. Mit ein paar Verstärkungen aus den anderen Bundesligaklubs, könnte man das Leistungsniveau nochmal deutlich erhöhen. Aber warum setzt Trainerin Silvia Neid auf andere?

Hat sich Silvia Neid verbraucht?

Seit einer gefühlten Ewigkeit ist Neid Trainerin der Nationalmannschaft des Frauenfußballs. Doch schon bei der WM konnte die deutsche Nationalmannschaft nicht überzeugen. Vielleicht setzt Neid auf das falsche Personal. Fakt ist, dass das deutsche Team hochtalentierte Spielerinnen besitzt, wie keine andere Nation bei der diesjährigen EM. Talent alleine reicht leider nicht immer. Konnte man früher noch die Gegner reihenweise mit individueller Klasse aus den Stadien fegen, muss man heute ein mannschaftstaktisches Gefüge gebildet werden, um die Gegner, die mittlerweile deutlich aufgeholt haben, zu besiegen. Genau da sehe ich bei der bundestrainerin Nachholbedarf. Die deutsche Nationalelf versucht über 90 Minuten den Gegner zu pressen und wirkt daher zum Ende der Partie saft- und kraftlos. Selbst beim BVB wechseln Pressingsituationen und situatives Zurückziehen sich regelmäßig ab. Im Offensivspiel werden die hochbegabten Spielerinnen nur schlecht eingesetzt. Zu wenig eingespielte Laufwege, zu wenig Tempo und keine Zielstrebigkeit. Das Problem fängt schon in der Abwehr an. Das Innenverteidigerduo Krahn und mit Abstrichen Bartusiak ist mit dem Spielaufbau überfordert. Über das Zentrum kommt zu wenig Initiativen und Offensivtalent Marozsan enttäuscht bisher.

Licht am Ende des Tunnels

Es sind auch gute Ansätze in diesem jungen Team. Melanie Leupholz und insbesondere Lena Lotzen machen richtig Spaß. Auch Celia Okoyino da Mbabi spielt eine gute EM, leidet aber sehr unter den schwachen Zuspielen ihrer Mitspielerinnen. Auch einen guten Eindruck mach Außenverteidigerin Lonie Maier, die die linke Außenbahn sehr stark bearbeitet. Noch hat man die Chance das Ruder umzureißen, aber ob die Mannschaft von Silvia Neid dies bei dieser WM schafft darf bezweifelt werden.

3 Responses to Der Neidfaktor

  1. Horst Berndt sagt:

    Die Analyse istsehr treffend. Freu Neid hatte scheinbar zu keiner Zeit eine Spielanlage ausgearbeitet die diesen hochtalentierten jungen Spielerinnen ein qualitativ gutes Spielen ermöglicht hätte. ihr mitunter gequältes Gesicht bei den Interviews sagt ein übriges. Es gæbe wahrlich gute Trainerinnen und Trainer die das Schiff bis zur WM 2015 wieder flott machen könnten. Wir werden ja sehen ob das offensichtliche konzeptlose Gekicke ein notwendiges Ende findet, oder ob die Qualitæt des Spiels der DFB-Elf noch weiter sbsinkt.

  2. ziefle sagt:

    Zur Info wir haben eine EM und nicht wie im Beitrag 2mal erwähnt eine WM gespielt.

    Ansonsten kann ich die Einschätzung ganz unterstützen. Wobei das Problem liegt nicht ausschließlich an SN, hier muss aber begonnen werden..
    Ausnahmslos alle Verantwortlichen ab den U-Mannschaften und der Admin. in Frankfurt kennen sich schon seit Jahren und Einer lobt die Andere.

    Ohne Impulse von außen und Kritik kann man sich nicht weiterentwickeln!

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