VfL Wolfsburg ist DFB-Pokalsieger im Frauenfußball 2013

Vor gut 14 000 Zuschauer im Kölner Rhein-Energie-Stadion gewinnt der VfL Wolfsburg das DFB-Pokalfinale gegen Turbine Potsdam mit 3:2 und erhält sich somit die Chance zum Triple. In einer hochklassigen Partie gewann letztlich die etwas reifere und spielstärkere Mannschaft aus Wolfsburg.

Vor der Partie: Schönes Fest für die ganze Familie

Vor dem eigentlichen Pokalfinale fand auf dem Platz vor dem Rhein-Energie-Stadion ein großes Fußballturnier und Familienfest statt. Es gab viele spaßige Aktionen für Kinder und Jugendliche. Außerdem spielten über den Tag verteilt auf einer großen Bühne bekannte Kölner Bands, wie Brings, de Höhner oder die Paveier. Alles in allem eine gelungene Sache und gute Werbung für den Frauenfußball. Im Stadion hingegen sah man zu viele leere Plätze. So kamen lediglich gut 14 000 Zuschauer in das 46 000 Zuschauer fassende WM-Stadion von 2006. Die Partie hätte eigentlich deutlich mehr verdient

Die Aufstellungen

Wolfsburg: Burmeister – Wensing, Henning, Goeßling, Tetzlaff – Blässe, Odebrecht, Keßler, Magull (69. Jakabfi) – Müller, Pohlers (90.+1 Hartmann)
Potsdam: Naeher – Singer, Draws, Kemme, Cramer (79. Hegerberg) – Bremer, Mjelde, Hanebeck – Ogimi, Anonma (46. Göransson), Natas Andonova (39. Evans)

1. Halbzeit: Starke Anfangsphase

Die Partie fing gut an und beide Teams spielten gut nach vorne. Nach 7 Minuten wurde es erstmals gefährlich vor dem Tor der „Turbinen“. Die Wolfsburgerin Blässe steuerte frei auf das Tor von Naeher zu, doch schoss knapp am Tor vorbei. In der 18. Minute dann eine äußerst strittige Aktion im Strafraum von Turbine Potsdam. Torhüterin Naeher bringt Keßler zu Fall, aber Schiedsrichterin Rafalski entschied großzügig auf kein Foul. Im Gegenzug setzt Yuki Ogimi einen Kopfball an den Pfosten. Danach verflachte die Partie etwas und wurde deutlich zerfahrener. Behandlungspausen und Fehlpässe wechselten sich ab. Als sich alle auf das 0:0 zur Halbzeit eingestellt hatten, überraschte Pohlers mit einem tollen Hackenpass auf Müller, die völlig freistehend problemlos einschieben konnte. Mit dem letztlich verdienten 1:0 für die etwas reiferen Wolfsburgerinnen ging es in die Halbzeitpause.

2. Halbzeit: turbulente Schlussphase

Nach der Halbzeitpause wurde der VfL noch stärker und aktiver. Folgerichtig gelang dem VfL in der 52. Minute auch das 2:0. Nach einer Ecke hämmert Martina Müller aus dem Getümmel 5 Meter vor dem Tor den Ball unter die Latte. Nun hatte der VfL endgültig Oberwasser. Nur 3 Minuten später erhöhte Pohlers nach einem Traumpass von Nationalspielerin Odebrecht auf 3:0. Das Spiel schien entschieden und Potsdam schien geschlagen. Doch die Turbine gab sich nicht geschlagen und kämpfte sich nochmal heran. Die eingewechselte Evans köpfte eine Flanke zum 3:1 ein und nur einige Minuten später konnte Wolfsburg-Verteidigerin Henning ihren eigenen Fehler im Strafraum nur mit einem Foul bereinigen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Yuki Ogimi eiskalt zum Anschlusstreffer. In der 65. Minute eine sehr kuriose Szene: Wolfsburg-Keeperin Burmeister deutet an, dass sie ihre Schuhe binden muss und geht mit dem Ball aus dem Strafraum in der Hoffnung die Schiedsrichterin unterbricht. Doch Schiedsrichterin Rafalski entscheidet auf Freistoß. Dieser brachte aber, wie man so schön sagt, brachte nichts ein. Beide Teams spielten fortan mit offenem Visier. Mehrfach hat der VfL Wolfsburg die Chance die Partie zu entscheiden. So vergaben Pohlers und ihre Mitspielerinnen beste Torchancen. Auf der Gegenseite erzielte die eingewechselte Ada Hegerberg fast den goldenen Ausgleich, doch die Stürmerin scheiterte am Pfosten. Nach 90 Minuten endet eine turbulente Partie, die auch gut und gerne 7:6 hätte ausgehen können, mit 3:2 für das bessere und spielstärkere Team aus Wolfsburg

Fazit: eine gute Werbung für den Frauenfußball

DFB-Pokal der Frauen

Der VfL Wolfsburg ist der verdiente Gewinner des DFB-Pokalfinales des Frauenfußballs. Starke Einzelspieler, eine reifere Spielanlage und ein großartiges Angriffsspiel waren die entscheidenden Faktoren. Bestnoten verdienten sich heute Stürmerin Conny Pohlers und die bärenstarke Viola Odebrecht, die gegen ihren Ex-Verein mit ihrer überragenden Technik Dreh- und Angelpunkt des Wolfsburger Spiels war.

Auch wenn die Stimmung noch etwas verhalten war, hatte das Pokalfinale alles, was Fußball ausmacht. Kampf, Leidenschaft, technische Finesse und Spannung war über die komplette Spielzeit gegeben und hätte deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt. Also ich werde in Zukunft bestimmt öfter Frauenfußball schauen und kann es nur jedem empfehlen.

2 Responses to VfL Wolfsburg ist DFB-Pokalsieger im Frauenfußball 2013

  1. Sven sagt:

    Ich war gestern auch im Stadion, allerdings als neutraler Fan zwischen den beiden Mannschaften, denn „meine“ SG Essen-Schönebeck ist ja direkt in der 2. Runde gegen Potsdam mit 3:5 ausgeschieden.

    Ich gehe schon etlichen Jahren, wenn nicht gar schon seit einem Jahrzehnt zum Frauenfussball (aber auch Frauenbasketball, Frauenhandball, Frauenvolleyball und etc..). Da hat die SG Essen-Schönebeck noch in der Regionalliga (damals gab es keine 2. Liga) und auf einen Kunstrasenplatz gespielt. Das muss so um 1998 gewesen sein. Daher ist das für mich totaler Alltag, so ein Frauenfussballspiel live entweder am Fernseher oder natürlich live im Stadion zu sehen.

    Und so ist es für mich auch die perfekte Lösung mal eben nach Köln zum Finale im DFB-Pokal zu fahren. Aus dem Ruhrgebiet fährt man knapp 2 Stunden von Haustür zum Stadioneingang mit Bus und Bahn.

    Ich habe auch schon Karten für das Länderspiel der Deutschen am 15.06. hier in Essen gegen Schottland.

    Zum Spiel gestern habe ich natürlich auch einen Blogeintrag verfasst; Videos dazu gibt es von mir auf Youtube (im Blogeintrag verlinkt).

    http://sven-essen.de/?p=1357

    Im Blog schreibe ich auch über die Heimspiele der SG Essen-Schönebeck, die ich so besucht habe. Da schau(t) mal unter „Passiver Sport“.

    Viel Spaß beim Lesen und natürlich beim zweiten Mal feiern. Ich hoffe, ihr könnt am Donnerstag das dritte Mal feiern. Ist nur sehr schade, dass kein öffentlicher deutscher Rundfunk das Spiel überträgt und Eurosport bekomme ich nicht rein.

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