Deutschland mit glanzlosem Arbeitssieg in Georgien

Nachdem das Länderspieljahr 2015 für die DFB-Elf eher mühselig mit einem 2:2 in Kaiserslautern gegen den Asienmeister Australien begann, stand heute die erste Pflichtspielaufgabe im Rahmen der Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Programm. In Tiflis musste der amtierende Weltmeister gegen den vermeintlichen Fußballzwerg Georgien ran und Bundestrainer Jogi Löw betonte bereits im Vorwege, dass diese Begegnung extrem wichtig für die DFB-Elf werden würde. In Anbetracht der Tatsache, dass die deutsche Nationalmannschaft in der EM-Qualifikationsgruppe D nur auf Rang drei mit sieben Punkten hinter den punktgleichen Iren und dem Tabellenführer Polen mit 10 Punkten liegt, sind Punktverluste für das Team ab sofort verboten. Mit einer entsprechend offensiven Aufstellung, die jedoch ohne einen echten Stürmer zu überraschen wusste, wollte der Bundestrainer diese scheinbar lösbare Aufgabe angehen. Da die Polen gegen die Iren spielen könnte die DFB-Elf einen guten Sprung in der Tabelle nach vorn unternehmen.

1. Halbzeit: Reus aus dem Getümmel

Die DFB-Elf begann unmittelbar nach dem Anpffif äußerst dominant und mit der vielberühmten „högschden Konzentration“, die stets vom Bundestrainer medienwirksam eingefordert wird. Bereits nach fünf Minuten hatte Marco Reus von Borussia Dortmund nach herrlicher Vorarbeit durch Thomas Müller vom FC Bayern München die erste richtig gute Chance für Deutschland, jedoch konnte der georgische Schlussmann den Ball noch an die Latte lenken. NIcht ganz acht Minuten später verfehlte ein Distanzschuss von Thomas Müller nach einem Eckball der DFB-Elf nur knapp sein Ziel und streifte am linken Pfosten vorbei. Die Georgier indes versuchten trotz der vermeintlichen Außenseiterrolle mitzuspielen und offenbarten in der Anfangsphase bei den jungen Außenverteidigern Sebastian Rudy von der TSG Hoffenheim sowie Jonas Hector vom 1. FC Köln so manche kleine Konzentrationsschwäche. Nach der durchaus ansehnlichen ersten Viertelstunde verflachte die Partie jedoch zusehends. So dauerte es bis zur 29. Minute, bis sich die DFB-Elf die nächste Chance herausspielen konnte, Marco Reus jedoch verzog freistehend vor dem Tor nach einem Doppelpass mit Mario Götze. In der 39. Minute kam endlich die erlösende und durchaus auch verdiente Führung für die DFB-Elf. Nach etwas unkonventioneller Vorarbeit von Mario Götze stand Marco Reus genau richtig und traf. Drei Minuten später hätte Marco Reus fast den zweiten Treffer erzielt, scheiterte jedoch an dem glänzend reagierenden georgischen Torhüter Loria. Zwei Minuten später war Loria jedoch erneut machtlos, als Thomas Müller für die DFB-Elf nach Vorarbeit von Mesut Özil auf 2:0 erhöhte. Ohne den georgischen Keeper Loria, der als bester georgischer Spieler in der 47. Minuten nochmals glänzend einen Distanzschuss von Sebastian Rudy entschärfte, hätte es durchaus eine höhere Führung für die DFB-Elf geben können, so jedoch blieb es biei dem 2:0. Mit diesem Spielstand ging es für beide Mannschaften in die Kabine.

2. Halbzeit: Deutschland begnügt sich

Bundestrainer Jogi Löw schien der Auftritt seiner Mannschaft gefallen zu haben, denn er nahm zur Pause keine personellen Veränderungen vor. In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit brannten die Georgier im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerwerk ab, jedoch mehr als ein Flitzer auf dem Platz sowie eine Ecke für die Mannschaft kam nicht dabei heraus. Wieder zeigten sich auf den Verteidigeraußenbahnen der DFB-Elf kleine Schwächen, doch ein bärenstarker Jerome Boateng konnte alles ausbügeln. In der 61. Minute gab es dann wieder ein Aufhorchen der DFB-Elf und wieder waren Marco Reus und die Latte beteiligt. Mit dem Außenrist zielte der quierlige Offensivspieler ein wenig zu genau, Loria hätte keine Chance gehabt. Die Georgier zeigten sich jedoch unbeeindruckt und spielten weiter munter mit. Bis zur 77. Spielminute waren ernsthafte Chancen mangelware, obwohl die DFB-Elf durchaus massiv im Ballbesitz war. Die Chance jedoch war nicht für die Deutschen sondern vielmehr für die Georgier, die jedoch nach einem Eckball lediglich das Außennetz trafen. Glanzpunkte waren in der zweiten Halbzeit mangelware, da die Georgier dem deutschen Torhüter Manuel Neuer nicht gefährlich wurden und auch die deutsche Offensive mit kreativen Ideen geizten. In der 86. Spielminute gab es auf Seiten der DFB-Elf einen Doppelwechsel, Müller und Götze wurden durch Podolski und Schürrle ersetzt. Der einzige Aufreger des Spiels war ein abermaliger Flitzer in der 93.Spielminute, der besondere Sympathien für Andre Schürrle durch eine Umarmung äußerte bevor er den Platz verließ.

Fazit: Glanzloser Arbeitssieg

Am Ende konnte ein glanzloser Pflichtsieg für die DFB-Elf konsterniert werden, der jedoch zum erhofften Sprung in der Tabelle durch den hohen schottischen Sieg gegen Gibralatar nicht gereicht hat. Dennoch zeigte die deutsche Nationalmannschaft, dass sie auf den Punkt konzentriert einen Sieg einfahren kann, wenn es darauf ankommt. Für die restliche Quailfikation macht dieser Auftritt durchaus Mut, auch wenn es gerade auf den defensiven Außenbahnen so manches Mal brenzlig wurde. Hier wird Jogi Löw für die kommenden Aufgaben ansetzen müssen.

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