Die Karriere eines Weltfußballers

„Ich muss darüber nachdenken, ob ich sofort aufhöre oder noch ein Jahr dranhänge“, diese Worte schrieb Rivaldo, der Weltfußballer des Jahres 1999, in dieser Woche in seinem Twitter-Blog. Diese Ankündigung ist Grund genug einmal einen genaueren Blick auf seine bemerkenswerte Karriere zu werfen.

Rivaldos Anfänge in Brasilien

Seine Karriere begann der brasilianische Superstar 1990 in seinem Jugendverein Paulistano Pernambuco. Von dort aus ging es über, Santa Cruz FC (1/1992–1/1993) und Mogi-Mirim (1/1993–1993) zu den Corinthians Sao Paulo. Im Anschluss an das kurze Intermezzo ging er zu Palmeiras Sao Paulo, wo er seine beste Zeit in Brasilien hatte. Mit dem brasilianischen Traditionsverein gewann Rivaldo unter dem bekannten Trainer Vanderlei Luxemburgo die brasilianische Meisterschaft. In seiner Zeit bei Palmeiras erzielte der torgefährliche Mittelfeldspieler in 104 Spielen 53 Tore und machte durch seine atemberaubende Technik und seinen linken Zauberfuß auf sich aufmerksam.

 

Rivaldos Weg zum Weltfußballer

Deportivo La Coruna, AC Milan, FC BarcelonaNach seiner erfolgreichen Zeit in Brasilien wagte Rivaldo den Schritt nach Europa und heuerte für eine Ablösesumme von umgerechnet 12 Millionen € bei Deportivo La Coruna in Spanien an. Dort spielte er zwischen 1996 und 1997 und konnte in 41 Spielen 21 Tore erzielen. Seine spektakuläre Spielweise und die Tatsache, dass er sich bereits in Europa bewiesen hatte, machte die Verantwortlichen des FC Barcelona auf ihn aufmerksam. So wechselte er im Jahr 1997 für 48 Millionen Mark nach Katalonien, wo er die erfolgreichste Zeit seiner Karriere haben sollte. In den Jahren 1998 und 1999 konnte er mit Manschaftskameraden wie den de Boer Brüdern, Pep Guardiola, Luis Figo und Patrick Kluivert die spanische Meisterschaft gewinnen. Trainer des brasilianischen Ballzauberers war zu dieser Zeit ein gewisser Louis Van Gaal, der unterstützt durch Jose „The Special One“ Mourinho den FC Barcelona zu großen Erfolgen führte. Außerdem gelang es Rivaldo im Jahr 1999 Weltfußballer des Jahres und Europas Fußballer des Jahres zu werden. Nach 5 Jahren beim FC Barcelona wechselte Rivaldo im Jahr 2002 als frischgebackener Weltmeister zum AC Mailand in die italienische Serie A. Dort konnte er direkt im ersten Jahr die Champions League gewinnen. In einer Mannschaft mit Spielern wie Andrea Pirlo, Rui Costa oder Paolo Maldini konnte der Brasilianer nicht so glänzen, wie bei seinen vorherigen Stationen. Bereits im November 2003 zog er aus persönlichen Gründen die Reißleine und wechselte zurück in die Heimat zu Cruzeiro Belo Horizonte, für die er aber nur 2 Monate bzw 10 Spiele absolvierte.

 

Rückkehr nach Europa

Zur Saison 2004/05 heuerte der Altstar beim griechischen Traditionsverein Olympiakos Piräus an. Dort feierte er 3 griechische Meisterschaften (2005, 2006, 2007) und 2 Pokalsiege (2005, 2006). Er war Publikumsliebling der emotionalen griechischen Fans und machte in vielen Spielen den Unterschied aus. Nachdem ihm die Verantwortlichen von Olympiakos Piräus im Jahr 2007 ein Vertrag mit deutlich geringeren Bezügen anboten, wechselte er zu AEK Athen. Dort ließ der feine Techniker nochmal sein Können aufblitzen.

 

Ausflug in ein Fußballentwicklungsland

Rivaldo in Usbekistans HauptstadtNach nur einem Jahr in Griechenlands Hauptstadt wechselte Rivaldo überraschenderweise in ein Fußballentwicklungsland. Angeblich wurde ihm der 2-Jahreskontrakt beim usbekischen Topklub Bunyodkor Taschkent mit 10 Milionen Euro Schmerzensgeld schmackhaft gemacht. Sein neuer Verein zahlte für den Weltfußballer des Jahres 1999 knapp 500.000 € Ablösesumme an AEK Athen. In Usbekistan konnte er seine Titelsammlung um 3 Meisterschaften (2008, 2009, 2010) und 2 Pokalsiege (2008, 2010) erweitern. In einer unterklassigen Liga war der brasilianische Superstar die Attraktion.

 

Die nächste Rückkehr in die Heimat

Nachdem das Abenteuer in Usbekistan beendet war, zog es Rivaldo zurück dorthin, wo alles begonnen hat. Im Jahr 2011 wechselte der „teuerste Linksfuß der Welt“ zum brasilianischen Zweitligisten Mogi-Mirim, wo er später auch Klubpräsident werden sollte. Nach nicht einmal einem Monat wurde er zum FC Sao Paulo transferiert. Dort spielte er im Alter von 39-Jahren noch einmal groß auf und schoss in 30 Erstliga-Partien 5 Treffer und gab 3 Assists.

 

Der letzte Ausflug des Weltfußballers?

Die Weltreise Rivaldos war aber auch dann noch nicht beendet und der „alte Mann“, begab sich auf sein womöglich letztes großes fußballerisches Abenteuer. Rivaldo unterschrieb zu Beginn des Jahres 2012 beim angolanischen Verein Kabuscorp Sport Clube do Palanca einen Einjahresvertrag. Geld spielt für seinen Wechsel ins afrikanische Fußballentwicklungsland keine Rolle. Vielmehr wolle der strenggläubige Südamerikaner in Angola ein Kirche auf seinem vor einiger Zeit erworbenen Grundstück errichten. In der ehemaligen portugiesischen Kolonie glänzt der Brasilianer aber auch durch schöne Tore und ist der Liebling der Massen. Nun kündigte der große Star im Alter von 40 Jahren seinen Rücktritt zum Jahresende an. Mal abwarten, ob er seine Karriere nicht doch noch fortsetzt.

 

Was bleibt ist die Erinnerung

Was bleibt ist die Erinnerung an einen ganz großen Fußballer der neueren Fußballgeschichte. Fast überall, wo er spielte konnte er durch starke Leistungen überzeugen. Gerade seine Auftritte in der Selecao machen den Weltfußballer von 1999 unsterblich. Mit seinen Leistungen bei der Vizeweltmeisterschaft 1998 und bei der Weltmeisterschaft seiner Brasilianer im Jahr 2002 spielte sich Rivaldo in die FIFA100.

Zum Beweis seines Könnens, hier nochmal ein Video mit einigen tollen Szenen.

Welche Erinnerung habt ihr an Rivaldo? Hat euch der Artikel Gefallen? Wenn ja, dann uns ein Like auf Facebook oder schreibt einen Kommentar!

 

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