Geld schießt eben doch Tore

Die Beratungsfirma Deloitte veröffentlicht zum Anfang jedes Jahres die “Deloitte Football Money League“, in der die 20 umsatzstärksten Fußballvereine des Vorjahres aufgelistet werden.

In der von Deloitte untersuchten Saison 2010/11 konnten die beiden spanischen Kontrahenten Real Madrid und FC Barcelona die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen. Real Madrid war mit einem Umsatz von 479,50 Millionen € der umsatzstärkste Verein der Welt. Der FC Barcelona kam „nur“ auf 450,70 Millionen €. Die beiden spanischen Topklubs machen somit also knapp eine Milliarde € Umsatz, was vor allem mit den üppigen Fernsehgeldern aus der Einzelvermarktung der Fernsehrechte und mit den hohen Einnahmen aus dem Merchandising der beiden Klubs zusammenhängt. Aber auch der sportliche Erfolg und die damit verbundenen Prämien spielen eine wichtige Rolle.

Unter den 20 umsatzstärksten Klubs Europas befinden sich mit Manchester United, FC Barcelona, Borussia Dortmund und dem AC Mailand 4 der 5 Landesmeister aus den 5 „großen“ europäischen Ligen England, Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich. Einzig der französische Überraschungsmeister OSC Lille fehlt (noch). Insgesamt schafften es 6 englische, 5 italienische, 4 deutsche, 3 spanische und 2 französische Teams in die „Deloitte Football Money League“. Während die englischen Clubs von ihren hohen Eintrittspreisen und den höher dotierten Fernsehverträgen gegenüber Deutschland profitieren, so sind es bei der italienischen Liga einzig die hohen Einnahmen aus der Fernsehvermarktung, die einen Unterschied zur Bundesliga ausmachen. Die Bundesliga hingegen ist führend bei der Generierung von Sponsoren und kann somit konkurrenzfähig bleiben.

Insgesamt haben sich 19 dieser 20 umsatzstärksten Fußballklubs für das internationale Geschäft qualifiziert. Einzig der Hamburger SV spielt eine gesonderte Rolle in dieser illustren Auswahl. Interessant ist, dass die 4 Halbfinalisten der Champions League allesamt unter den Top 6 der umsatzstärksten Klubs Europas zu finden sind. Nicht zuletzt aufgrund ihrer finanziellen Mittel gelten der FC Barcelona und Real Madrid als Favoriten auf den Einzug ins Finale.

Durch die neuen Stadien, den Boom der Bundesliga, den 4. Champions League-Platz und die Zusatzeinnahmen aus dem neuen Fernsehvertrag, sollten in Zukunft mehr deutsche Vereine unter den 20 umsatzstärksten Klubs Europas zu finden sein. Vereine wie der VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach, Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen könnten bei erfolgreicher Qualifikation zur Champions League von dem Zugang zu den „großen Fleischtöpfen“ profitieren und sich unter den 20 umsatzstärksten Vereinen etablieren.

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