Hummels köpft Deutschland ins Halbfinale

Vor gut 74 000 Zuschauern im Estadio do Maracana in Rio de Janeiro kämpft die DFB-Elf sich mit einem 1:0 in das Halbfinale der Weltmeisterschaft in Brasilien. Mats Hummels erzielte in der 12. Minute per Kopf den goldenen Treffer der Partie.

Vor der Partie

Überraschend verzichtete DFB-Trainer Löw auf den Abwehrhünen Per Mertesacker und brachte dafür Jerome Boateng in der Innenverteidigung. Im Gegnzug wechselte Lahm, wie von ganz Deutschland gewünscht, auf die Rechtsverteidigerposition und die Doppelsechs bestand aus Schweinsteiger un Khedira. In der Offensive spielte die Dreierreihe Özil, Klose und Müller. Götze und Schürlle standen als Einwechselspieler bereit.

Deutschland- Frankreich

1. Halbzeit: Hummels per Kopf

Anders als in der Partie gegen Algerien stand die DFB-Elf deutlich stabiler und tiefer. Es wurde auf aggressives Pressing verzichtet und man setzte wieder mehr auf die eigene Konterstärke. Da die Franzosen aber auch sehr diszipliniert agierten, kamen auf beiden Seiten wenig Höhepunkte zustande. Kurz nach Spielbeginn war es Benzema, der mit einem Volleyschuss aus kurzer Distanz für Aufsehen sorgt. Doch die Kugel verpasst das Tor knapp. In der 12. Minute erhält die DFB-Elf dann einen Freistoß aus dem Halbfeld. Kroos hebt den Ball in den Strafraum, wo sich Hummels mit grenzwertigem Körpereinsatz gegen Varane durchsetzt und per Kopf zum 1:0 trifft. Jubel in Deutschland! Danach wird das Spiel etwas ruhiger. Frankreich kontrolliert die Partie, doch Deutschland verteidigt sehr geschickt und mit viel Aufwand die knappe Führung.  Erst in der 34. Minute kann Valbuena nach einer Griezmann-Flanke am zwiten Pfosten für Torgefahr sorgen. Doch Manuel Neuer hält souverän.

2. Halbzeit: Deutschland clever

Kurz nach der Halbzeitpause muss die DFB-Elf eine Drangperiode der Franzosen überstehen. Nun gelingt es kaum noch Nadelstiche in der Offensive zu setzen, sodass die Defensive kaum entlastet werden konnte. Trotz nun drückender Überlegenheit gelang es den Franzosen nicht, zu klaren Torchancen zu kommen. Lediglich ein Varane-Kopfball aus der 60. Minute sorget für Gefahr. Mitte der 2. Halbzeit fängt sich das Team von Jogi Löw wieder und kann einige gute Konter setzen.  Zunächst verpasst Müller und wenig später zweimal Schürrle die Entscheidung nach gut ausgespielten Kontern. So bekam Frankreich in der Nachspielzeit doch noch die eine große Chance zum Sieg, doch Neuer fischt mit einem Blitzreflex den Schuss von Benzema aus der Ecke. Danach war Schluss und die DFB-Elf kann sich über den verdienten Halbfinaleinzug freuen.

Fazit: Taktisch clever

Die Aufstellung der Nationalelf war diesmal sicherlich mehrheitsfähig. Lahm auf rechts, Khedira und Schweinsteiger auf der Doppelsechs und Klose im Sturm, das hatte sich ganz Deutschland gewünscht und der Bundestrainer lieferte. Das Team spielte eine Taktik, die schon bei der WM 2010 erfolgreich war und wusste zu überzeugen. Eine stabile Defensive und schnelle Konter waren vor Löws Ausflug in den Barcelonaesken Balbesitzfußball das Credo. In diesem Spiel gegen die schnellen und ballsicheren Franzosen war dies genau das richtige Mittel.

Die Viererkette macht ihr bestes Spiel. Die Zusammensetzung Lahm, Boateng, Hummels, Höwedes scheint eine für die Zukunft zu sein. Die Partie gegen Frankreich bewies einmal mehr, dass Lahm einer der betsen Rechtsverteidiger ist. Sollte auf dieser Position in den nächsten Jahren kein Wunder passieren, sollte Lahm seine Entscheidung, nur noch im Mittelfeld spielen zu wollen, nochmal überdenken. Das Mittelfeld Schweinsteiger, Khedira und Kross stand stabil und ordnete das deutsche Spiel. Vor allem Schweinsteiger gab immer wieder den Ton an. Im Angriff war Klose stets bemüht, Müller immer brandgefährlich und Özil wieder unsichtbar. Die DFB-Elf gewinnt aktuell trotz Mesut Özil und nicht wegen des Deutsch-Türken, Dies kann sich schon im Halbfinale ändern, das hofft zumindest Nationaltrainer Löw.

One Response to Hummels köpft Deutschland ins Halbfinale

  1. Seba sagt:

    „Im Angriff war Klose stets bemüht“, den Satz will niemand im eigenen Arbeitszeugnis lesen…wenn man ihn lesen muss, sind die „Goldenen Zeiten“ leider meist vorbei…
    Schade um einen super Spieler, aber seine Zeit ist wohl bald rum…

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