Jogi Löw verzichtet auf Reus, Bellarabi, Brandt und Rudy

Am vergangenen Dienstag gab Jogi Löw seinen Kader zur EM 2016 in Frankreich bekannt. Dabei sorgte insbesondere die Personalie Marco Reus für Aufregung in den hiesigen Medien. Doch eigentlich sollten 3 andere Personalien für deutlich mehr Diskussionsstoff führen.

Die Nichtnominierung von Marco Reus ist nachvollziehbar und verständlich. Der Dortmunder Ausnahmekicker ist verletzt, schleppte sich fast durch die gesamte Saison mit Verletzungen und kleinen Wehwehchen. Dies ist der entscheidende Grund für den Verzicht auf Marco Reus. „Er kann im Moment nur geradeaus laufen. Für uns und für ihn ist das eine bittere Entscheidung gewesen, er wäre eine Bereicherung gewesen“ sagte Jogi Löw und trotzdem sorgt die Personalie für Aufregung. Eigentlich sollten aber andere Personalien viel mehr im Fokus der deutschen Medien stehen.

Bellarabi muss passen, aber Podolski und Schürrle dürfen bleiben?

Lukas Podolski ist ohne Frage ein verdienter Fußballer, aber man müsste den Bundestrainer mal fragen, ob Podolskis aktuelles Leistungsniveau noch zur internationalen Klasse gehört. Podolski hat es nun endlich geschafft zumindest in der türkischen Liga teilweise zu überzeugen, aber reicht das für den Kader der Nationalelf? Anscheinend hat Podolski noch andere Qualitäten außerhalb des Fußballplatzes, die ihn unverzichtbar machen. Dies ist in einer Leistungsgesellschaft zwar sehr schwierig kommunizierbar, aber immerhin eine Entscheidung für ein gutes Mannschaftsgefüge.

Was Jogi Löw sich aber bei der Nominierung von Andre Schürrle gedacht hat, ist absolut nicht nachvollziehbar. Seit Jahren klafft beim schnellen Außenspieler eine riesige Lücke zwischen Anspruch und Leistung. Nur ganz selten konnte Schürrle in den letzten 2 Jahren überzeugen und auch in dieser Saison spielte er mehr als mäßig. Karim Bellarabi zeigt seit 2 Jahren überzeugende Leistungen und ist Leistungsträger bei Deutschlands 3. Kraft Bayer Leverkusen. Nachdem er kurz nach dem Winter in ein Loch gefallen war, konnte er sich eindrucksvoll zurückmelden und ist in Topform.  Dabei vereint Bellarabi rasantes Umschalten in beide Richtungen mit dem Talent auch mal etwas Außergewöhnliches zu machen. Daher ist die leichte Verwunderung von Werkself-Teamchef Völler durchaus nachvollziehbar. „Ich bin schon enttäuscht, aber ich weiß auch wie schwer das für Joachim Löw ist. Ich habe solche Entscheidungen selbst schon treffen müssen. Ich selbst habe vor vier Wochen noch gedacht, wer außer Karim Bellarabi kann von unseren Jungs noch auf dem Zug aufspringen? Jetzt hat es nur Bernd Leno geschafft. Wir freuen wir uns alle sehr, dass er dabei ist.“

Der Kader für die EM im Überblick:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona).

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Emre Can (FC Liverpool), Jonas Hector (1. FC Köln), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Shkodran Mustafi (FC Valencia), Antonio Rüdiger (AS Rom)

Mittelfeld und Angriff: Julian Draxler (VfL Wolfsburg), Mario Gomez (Besiktas Istanbul), Mario Götze (Bayern München), Sami Khedira (Juventus Turin), Joshua Kimmich (Bayern München), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul), Leroy Sane (Schalke 04), André Schürrle (VfL Wolfsburg), Bastian Schweinsteiger (Manchester United), Julian Weigl (Borussia Dortmund)

Was haltet Ihr vom Kader der Nationalelf bei der EM 2016?

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