Paderborn überrascht Bayer 04

Vor einer ausverkauften BayArena trennen sich Bayer 04 Leverkusen und der SC Paderborn in einem spannenden Bundesligaspiel mit 2:2. Der SC Paderborn lag dabei zweimal vorn, doch Leverkusen konnte beide Male zurückkommen und letzlich trotz einer schwachen Leistung ein mehr als verdientes Unentschieden erreichen.

Vor der Partie

Nach den harten englischen Wochen läuft die Werkself auf dem Zahnfleisch. Trotzdem kann Roger Schmidt eine schlagfertige Truppe auf den Platz schicken. Die angeschlagenen Jedvaj, Bender und Kießling konnten oder mussten im letzten Spiel vor der Länderspielpaus nochmal ran.

Bayer 04 Leverkusen - SC Paderborn Aufstellungen

1.Halbzeit: Leno mit dem Bock

Bayer wirkte von Beginn an müde und kam nur schleppend in die Partie. Fast immer war man zu spät in den Zweikämpfen, verlor viele Bälle in der Vorwärtsbewegung und konnte kaum das bekannte Pressing aufbauen. Paderborn versuchte sein Glück hingegen in einer stabilen Defensive mit gelegentlichen Kontern, die meist über einen langen Diagonalball auf die schnellen Außen eingeleitet wurden. Genau so ein langer Ball war es dann auch der die Führung der Paderborner einleitete. In der 20. Minute wurde Koc angespielt, Leno eilte aus seinem Kasten, trat unglücklich am Ball vorbei und Koc traf ins leere Tor zum 0:1. Erst kurz vor der Halbzeitpause wachte die Werkself etwas auf un konnte Gefahr ausstrahlen. Nach einem Konter spielte Calhanoglu in der 38. Minute stark auf Kießling, dessen Schuss aus halbrechter Position etwa 8 Meter vor dem Tor von SCP-Keeper Kruse an den Pfosten gelenkt werden konnte. Nur 4 Minuten später war es ein Konter über Neu-Nationalspieler Bellarabi, der die Führung besorgen sollte. Bellarabi hatte im Mittelfeld Tempo aufgenommen, schloss aus 20 Metern ab und den Abpraller verwertete der mitgelaufene Bender zum 1:1. Mit diesem gerechten Unentschieden ging es dann auch in die Halbzeitpause.

2.Halbzeit: Bellarabi rettet den Punkt

Nach der Pause kam die Werkself etwas wach aus der Kabine. Bellarabi feuerte einen Warnschuss aus 25 Metern auf das Paderborner Tor, doch Kruse hielt sicher. Danach war aber wieder viel Leerlauf in der Partie. Bayer 04 spielte einfach zu fehlerhaft un zu wenig zielstrebig. Der SC Paderborn hingegen konnte nur noch selten gefährlich Kontern. Erst in der 73. Minute folgte der nächste „Aufreger“. Nach einem Ballgewinn der Werkself senste Bakalorz Wendell von hinten um und wurde zurecht mit der roten Karte bedacht. Nun versuchte die Werkself ein Powerplay aufzubauen und entblößte dabei ein ums andere Mal die Defensive. So kam Vrancic nach einer Faustabwehr von Bernd Leno zu einem Fernschuss-Chance, doch Leno konnte den Schuss aus 30 Metern vor der Torlinie abwehren. Im direkten Gegenzug stoppt Brückner im Zweikampf mit Bellarabi den Ball mit der Hand, doch der fällige Pfiff bleibt aus. Klare Fehlentscheidung vom überforderten Schiedsrichter Perl! Bayer versucht es in Folgezeit gegen 10 häufig zu umständlich und blieb fehlerhaft. So kam Paderborn wieder zu Konterchancen. In der 85. Minute scheitert Stoppelkamp noch nach einem langen Sprint an Bernd Leno. Nur 2 Minuten später machte es Stoppelkamp dann besser. Nach einem haarsträubenden Fehler von Roberto Hilbert schnappt sich Stoppelkamp die Kugel und läuft alleine auf Bernd Leno zu, umkurvt diesen und schiebt zum 1:2 ein. Nun reagiert die Werkself mit wütenden Angriffen der Marke Brechstange. Dies wird kurz vor Schluss mit dem Ausgleich belohnt. Der eingewechselte Kruse flankt von rechts in den Strafraum, wo Bellarabi den Ball annimmt und trocken oben links reinzimmert. Ausgleich für die Werkself! In der Nachspielzeit wirds wild. Der Ball fliegt mehrere Male durch den Strafraum, doch Kießling und Toprak verpassen. Danach kommt die Kugel zu Reinartz der volley aus 15 Metern an Kruse scheitert. So endet die Partie mit einem 2:2, mit dem die Paderborner wohl zufriedener sein können, als die Werkself.

Fazit: Bayer mit dem „Schalke-Syndrom“

Nach einem überragenden Spiel unter der Woche gegen Benfica folgte ein schwaches gegen Paderborn. Das von uns „Schalke-Syndrom“ getaufte Problem ereilte der Werkself in dieser Partie nicht zum ersten Mal. Entscheidender Faktor ist neben der körperlichen Erschöpfung die fehlende geistige Frische, die in der englischen Woche das größte Problem darstellt.

Die 45 Minuten der ersten Halbzeit gegen Paderborn waren wohl die schlechtesten 45 Minuten in der Ära Schmidt. Die folgenden 45 Minuten waren nur unbedeutend besser. So kann man in der Bundesliga nicht bestehen. Zu fehlerhaft, wenig zwingend, kaum Struktur, immer zu spät im Zweikampf und ohne Druck agierte das Team von Roger Schmidt und wurde dafür bestraft. Nun kommt die Länderspielpaus in der die müde Werkself wieder Kräfte sammeln kann für einen heißen Herbst.

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