Polen gewinnt mit Effektivität

Vor knapp 58 000 Zuschauern im Nationalstadion in Warschau verliert Deutschland gegen effektive Polen durch Tore von Milik und Mila mit 2:0. In einer guten Partie war Deutschland deutlich überlegen, konnte aber aus vielen Chancen keinen Profit schlagen, während Polen eiskalt beide Goßchancen nutzte.

Vor der Partie

Draxler angeschlagen, Lahm zurückgetreten, Khedira, Höwedes, Schweinsteiger und Reus verletzt, da musste Bundestrainer Jogi Löw einige Änderungen in der Startformation vornehmen. So agierte Rüdiger als Rechts- und Durm als Linksverteidiger. Im Mittelfeld spielten Kroos, Kramer, Schürrle, Müller und Debütant Bellarabi. Im Sturm sollte wieder die „falsche 9“ Mario Götze für Torgefahr sorgen.

Deutschland - Polen

1. Halbzeit: Bellarabi mit der Chance

Deutschland beginnt etwas vorsichtiger und hat etwas Probleme im Warscheur Hexenkessel ins Spiel zu kommen. Die Polen stehen von Beginn an tief und hoffen auf Konter. Nach gut 20 Minuten kommt die dominante DFB-Elf zunächst durch Standardsituationen zu ersten Chancen. Doch sowohl Hummels als auch Boateng scheitern mit ihren Chancen. Erst in der 38. Minute die erste Großchacne für das Team von Jogi Löw. Götze flankt quer durch den Strafraum zu Debütant Bellarabi, der aus spitzen Winkel knapp am Tor vorbei zielt. Nur eine Minute später schickt Schürrle Müller auf die Reise, doch Müller geht nicht entschlossen genug auf das Tor der Polen und scheitert aus spitzem Winkel am Außennetz. Kurz vor der Pause ist es wieder Bellarabi, der schön von Kroos freigespielt wird, im Strafraum seinen Gegner ausspielt und aus kurzer Distanz an Torhüter Szczesny scheitert. So geht es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause und die DFB-Elf muss sich eine schlechte Chancenverwertung vorwerfen lassen.

2. Halbzeit: Milik trifft per Kopf

In der 2. Hälfte agiert die DFB-Elf noch etwas offensiver und wird dafür bestraft. Götze verliert nach einem fragwürdigen Zweikampf in der 51. Minute in der gegnerischen Hälfte die Kugel und Polen kontert. Der Ball wird diagonal nach vorne gespielt und Linksverteidiger Durm klärt ins Halbfeld zurück, wo Pisczcek freistehend flanken kann. Die Flanke landet zwischen den deutschen Innenverteidigern, wo Milik am zu spät herauslaufenden Neuer vorbei ins Tor köpfen kann. Danch wird Deutschland aktiver und kommt durch Götze und Schürrle zu guten Chancen. Die größte Chance hat jedoch Durm, der aus kurzer Distanz Torhüter Szczesny den Ball in die Arme schießt. Nun wird der Druck der Deutschen noch stärker und Bellarabi, Hummels und wieder der Leverkusener kommen zu großen Chancen, die allesamt teilweise unglücklich ungenutzt bleiben. In der 81. Minute kracht dann das Gebälk. Boateng flankt aus dem Halbfeld auf Götze, der per Kopf auf Podolski ablegt. Volleyschuss. Latte!! Heute sollte es einfach nicht klappen und wer die Dinger vorne nicht macht, wird hinten bestraft. Nach einem Einwurf steht Durm total falsch und Rober Lewandowski kann sich mit hartem Körpereinsatz gegen den Linksverteidiger dursetzen, in Richtung Tor marschieren und im Strafraum querlegen. Mila muss nur noch einschieben. 2:0 für Polen! Mit diesem Ergebnis endet die Partie und Polen gewinnt erstmal ein Pflichtspiel gegen Deutschland.

Fazit: Deutschland mit Problemen

Deutschland spielt sich viele Chancen heraus, kann diese aber leider nicht nutzen. Die mangelnde Chancenverwertung war das große Manko im Spiel der DFB-Elf und letztlich der Grund für die unnötige Niederlage gegen Polen. Mit dem Debüt von Karim Bellarabi hingegen kann der Nationaltrainer Jogi Löw mehr als zufrieden sein. Der Leverkusener sorgte stets für Gefahr und war ständiger Unruheherd.

Trotzdem hat die DFB-Elf 3 große Probleme:

1. Die Verletztenliste ist sehr lang: Schweinsteiger, Reus, Gomez, Gündogan, Khedira und Özil sind nur einige der Verletzten des Teams von Jogi Löw und sind in der Form von keiner Mannschaft der Welt zu kompensieren. Darunter leidet das Spiel der Nationalelf merklich.

2. Es gibt keine Außenverteidiger mehr: Nach dem Rücktritt von Lahm hat man keinen Außenverteidiger mit internationaler Klasse im Team. Gerade Durm hat zum wiederholten Male seine (noch) mangelnde Klasse nachweisen dürfen. Auch Rüdiger auf der rechten Abwehrseite war heute eine Fehlbesetzung. Gerade diese Positionen sollte zukünftig gefördert werden.

3. Es gibt keinen richtigen Stürmer: Mario Götze hat sich zum wiederholten Male als falsche 9 versuchen dürfen und fast immer wirkte das deutsche Team ungefährlicher und ausrechenbarer. Gerade bei einer solchen Partie sollten einem Stefan Kießling die Füße jucken. Ohne einen echten Stürmer versuchte man sich durch das enge Zentrum zu kombinieren, doch als das zugestellt war, mussten Flanken geschlagen werden, die in der Mitte natürlich keinen Abnehmer fanden. Einen Plan B zu den Kombinationen gab es daher leider nicht.

In der nächsten Partie am Dienstag gegen Irland müssen die Torchancen deutlich besser genutzt werden, sonst wird es auch gegen die Iren schwer.

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