Warum der Stoßstürmer nicht ausstirbt

„Die Zukunft vorne heißt nicht große, bullige Stürmer, sondern kleine Spieler, die auf ganz engem Raum großen, unbeweglichen Gegenspielern das Leben schwermachen und am Boden die besten Lösungen finden“ (Jogi Löw).

Es werden immer mehr Mannschaften, die ohne „echten“ Stoßstürmer agieren und eher auf eine „falsche 9“ oder wie beim SC Freiburg auf eine „schwimmende 9“ zurückgreifen. Dies geht natürlich zu Lasten des „echten“ Stoßstürmers. Doch ist die falsche 9 das Allheilmittel für jedes Problem? Wir von myfuba.de denken nicht!

Im schnellen Kombinationsfußball der deutschen Nationalmannschaft kann die „falsche 9“ vielleicht Sinn machen, da man gegen schwache Gegner durch wendige und kombinationssichere Angreifer den kleinen Raum, den man zur Verfügung gestellt bekommt, besser nutzen. Zudem kann man durch die Flexibilität der Offensivspieler häufigere Positionswechsel beobachten, was es für den Gegner schwerer machen sollte, weil man weniger leicht auszurechnen ist. Trotz dieser Vorteile hat  diese taktische Ausrichtung auch ihre Schwächen.

Eine große Schwäche dieser Ausrichtung liegt darin, dass der lange hohe Ball aus dem Repertoire gestrichen wird. So müssen die Innenverteidiger immer die spielerische Lösung aus einem aggressiven Pressing suchen, dies ist nicht immer möglich und bedarf auch technisch starke Defensivspieler.  Ein hoher Ball um dem Pressing des Gegners zu entgehen nützt nichts, wenn man ihn auf einen winzigen Stürmer schlägt, der im Luftkampf hoffnungslos überlegen ist. Zusätzlich kann im Offensivspiel die Komponente Kopfballstärke von besonderer Bedeutung, gerade, wenn das Zentrum dicht ist, können Flanken eine lohnende Variante sein. Hohe Flanken machen aber nur dann Sinn, wenn ein Stoßstürmer im Sechzehner sein Unwesen treibt.

Man kann also abschließend sagen, dass das System ohne echten Stoßstürmer für eine sehr gute Mannschaft eine Variante darstellen kann gegen schwächere defensivorientierte Gegner zum Erfolg zu kommen. Für Partien auf Augenhöhe, gegen eine pressingstarke Mannschaft oder für ein Team mit technisch limitierten Defensivspielern wird weiterhin ein kopfball- und zweikampfstarker Stürmer benötigt, der die Bälle halten und hohe Flanken verwerten kann.

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