Warum Jogi Löw die Bayer-Spieler verschmäht

Wenn Lars Bender im Sommer bei der WM in Brasilien um den Titel spielt, liegen seine deutschen Mannschaftskollegen mit Ihren Familien am Strand und genießen den Sommerurlaub, doch warum schafft es kein Bayer-Kicker in das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft.

Bayer 04 Leverkusen verfügt über zahlreiche hochtalentierte deutsche Fußballer, die von den Anlagen her, sicherlich für die Nationalmannschaft in Frage kommen, doch unterschiedliche Gründe sorgen dafür, dass sie nicht mal im Dunstkreis der Nationalmannschaft zu finden sind. Gerade das sinnfreie Testspiel gegen Polen, wo sowohl die Legionäre als auch die Spieler vom FC Bayern und Borussia Dortmund fehlen werden, zeigt deutlich, dass der Weg in die Nationalmannschaft für viele Bayer-Spieler auch in Zukunft verschlossen bleibt.

Bernd Leno

Spielte wohl die konstanteste Saison aller Bayer-Kicker und war auch in der Schwächeperiode großartiger Rückhalt seiner Mannschaft. Leno ist ähnlich wie Marc-Andre ter Stegen die Zukunft für das Tor der deutschen Nationalmannschaft. Beide sind wohl aufgrund ihrer eigenen Ansprüche und Ambitionen die Nummer eins in Deutschland zu sein, nicht berücksichtigt worden. Denn qualitativ ist Zieler sicherlich nicht vor den großen Torwarttalenten zu sehen.

Phillip Wollscheid

Zuerst spielte er schwach und wurde von Emir Spahic verdrängt, dann verletzte sich Wollscheid zu allem Überfluss auch noch. Der Weg zurück in die Stammelf der Werkself ist für Wollscheid schon ziemlich weit. Der Weg in die Nationalelf scheint noch deutlich weiter zu sein.

Ömer Toprak

Wäre wohl als 3. oder 4. Innenverteidiger für die WM gesetzt, wenn der Deutsch-Türke sich nicht für die Türkei entschieden hätte. Hätte er damals die Perspektive gesehen eine echte Chance auf einen Stammplatz in der deutschen Nationalelf zu haben, wer weiß wie sich Toprak entschieden hätte. So verpasst Toprak mit der Türkei wieder mal ein großes Turnier

Stefan Reinartz

Der defensive Mittelfeldspieler spielte eine bärenstarke Hinrunde und war Garant für die guten Ergebnisse. Als abkippender 6er ist er für das 4-3-3 der perfekte Spieler. In der Rückrunde warfen ihn einige Verletzungen zurück, sodass das Leverkusener Eigengewächs aktuell keine Alternative für die Nationalmannschaft ist.

Simon Rolfes

Früher war Rolfes ein Musterschüler von Jogi Löw. Mittlerweile hat er seinen Zenit deutlich überschritten. Seine Tage als Nationalspieler sind gezählt und bei Bayer tickt die Uhr auch herunter.

Gonzalo Castro

In Leverkusen fehlt dem Eigengewächs die Anerkennung, doch auch Jogi Löw kann keinen Gefallen an dem polyvalenten Mittelfeldspieler finden. Als Offensivstarke Alternative auf der Position des Rechts- oder Linksverteidigers wäre er die Alternative. Zumindest ist er vom Potenzial her stärker einzuschätzen als die Kandidaten Jansen, Westermann oder Höwedes, die sich in den letzten Jahren auf dieser Position versuchen durften. Das große Problem. Castro sieht sich als Mittelfeldspieler und dort ist die Leistungsdichte in Deutschland deutlich höher, sodass er auch in Zukunft wohl kaum zur Nationalmannschaft eingeladen wird.

Emre Can

Einsatz, Siegeswillen und Kampfbereitschaft sind Tugenden, die Emre Can zu einem Schlüsselspieler der Werkself gemacht haben. Gehörte zu den wenigen überzeugenden Spielern der Werkself und wäre geradezu prädestiniert für die Rolle des Khedira-Ersatzes. Der Deutsch-Türke ist einer der wenigen Box-to-Box-Spieler Deutschlands, die mit ihrer Athletik und ihrem Antritt das Tempo einer Partie bestimmen können. Zusätzlich wäre Can auch eine Alternative für die Problemposition auf der linken Abwehrseite gewesen. Daher ist es äußerst verwunderlich, dass kaum jemand über Can gesprochen hat, als Jogi Löw den vorläufigen Kader auswählen musste. Gerade der ungewisse Gesundheitszustand Khediras hätte Can in die Verlosung bringen sollen, aber Bundestrainer Jogi Löw entschied sich lieber für Leon Goretzka und Christoph Kramer.

Julian Brandt

Julian Brandt spielte ein großartiges letztes Saisondrittel und ist wohl ein Mann für die Zukunft. Könnte sich in den nächsten Jahren sicherlich zu einem Hoffnungsträger für Fußballdeutschland und Bayer 04 Leverkusen entwickeln.

Sidney Sam

Folgt am Ende der Saison dem Ruf nach der ganz großen Kasse und wechselt zum FC Schalke 04. In Leverkusen spielte er verletzungsbedingt und aufgrund seiner Wechselabsichten in der 2. Saisonhälfte kaum eine Rolle. Daher verpasst der schnelle Außenstürmer auch die Weltmeisterschaft in Brasilien.

Stefan Kießling

Bei dem erfolgreichsten deutschen Stürmer hat man mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, dass Jogi Löw endlich objektive Kriterien für die Wahl seines Kaders ansetzt. Es sollte deutlich sein, dass es andere Gründe, als die falsche Spielweise, sein müssen, die Jogi Löw daran hindern die Leverkusener Publikumsliebling einzuladen. Leistungstechnisch hätte er es auf jeden Fall verdient.

Die Entscheidungen des Bundestrainers sind für den Fußballfan manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Auch bei der Nominierung des erweiterten Kaders für die WM 2014 in Brasilien traf der Nationaltrainer einige fragwürdige Entscheidungen. Dass neben Lars Bender kein weiterer Werkself-Kicker den Weg in die Nationalmannschaft fand, ist nach der schwachen Rückrunde wohl zum Teil begründbar, dass einige Spieler wie Kießling, Castro, Can oder Leno kaum diskutiert werden, wohl nicht.

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