Eine Achterbahnfahrt namens Bayer

Samstag, 05.11.2011, 18.30 Uhr, das Flutlicht brennt und die Zuschauer sitzen gespannt auf ihren Sitzen. Die BayArena ist restlos ausverkauft, denn der Hamburger SV ist zu Gast. Schiedsrichter Knut Kircher pfeift das Spiel an und die Werkself ist von Beginn an spielbestimmend. Folgerichtig fällt in der 6. Minute, zugegebener Weise ein bisschen glücklich, das 1 zu 0 nach einem abgefälschten Freistoß durch Andre Schürrle. In der Folgezeit spielt nur eine die Werkself. Nachdem sie bereits einige hochkarätige Chancen liegen gelassen hatte, fiel dann in der 20.Minute das verdiente 2:0 durch Bender, der eine Kadlec-Flanke aus spitzem Winkeln in die Maschen donnerte. Kurze Zeit später vergibt Schürrle freistehend vor Drobny eine 100%  Torchance. Ab diesem Zeitpunkt spielt nur noch eine Mannschaft und die Werkself  taumelt durch die heimische Arena, wie ein angeknockter Boxer. In der 34. Minute gelingt den Hamburgern nach einem zweifelhaften Freistoß der Anschlusstreffer. Westermann köpft einen Aogo-Freistoß ungehindert ins Leverkusener Tor, indem Bernd Leno nur hinterherschauen kann. In der 57.Minute passiert das, was passieren muss, der Hamburger SV überwindet Leno zum 2.mal und trifft zum Ausgleich. Der agile Jansen trifft mit einem satten Schuss, nach einer Flanke von Töre, ins Leverkusener Gehäuse. Danach wacht Leverkusen, begünstigt durch die fällige Auswechslung des indiskutablen Kapitäns Simon Rolfes, wieder auf und beißt sich zurück ins Spiel. Angetrieben vom wieder einmal starken Michael Ballack kommt Leverkusen zu einigen guten Angriffen, welche aber zu nichts Zählbarem führen. Andre Schürrle vergibt in der 74.Minute die größte Chance zum Führungstreffer kläglich. Der HSV bleibt aber jederzeit gefährlich, sodass sich ein offener Schlagabtausch entwickelt. Keine von beiden Mannschaften ist aber in der Lage die sich bietenden Chancen zu nutzen und so endet ein rasantes Spiel mit einem Unentschieden, das, wie es so schön heißt, keinem so richtig weiterhilft

Fazit: Gute 30 Minuten zu Beginn, welche mir das Gefühl geben, dass man positiv in die Zukunft blicken kann. Die 30 Minute komplette Lethargie zwischen der  30.Minute und der 60. Minute hingegen lassen mich eher skeptisch auf den weiteren Verlauf der Saison blicken. Sinnbildlich für die momentane Situation ist zum Beispiel ein Gonzalo Castro. Der junge Leverkusener hat alle Fähigkeiten, um ein Stammspieler in der Nationalmannschaft zu werden, doch kann man die Spiele, in denen er sein Potential abruft, an einer Hand abzählen. Ein weiterer Spieler sinnbildlich für die Leverkusener Achterbahnfahrt ist Simon Rolfes. Der Nationalspieler und Mittelfeldstratege ist ein Schatten seiner selbst. Er gewinnt keinen Zweikampf, spielt viele Fehlpässe und setzt kaum Impulse. Selbst der eingewechselte Reinartz spielte auf der „6“ deutlich besser, ja genau dieser Reinartz, der die letzten Wochen aufgrund seiner Ungenauigkeit und Schlafmützigkeit seinen Stammplatz verlor. Also Herr Rolfes „Aufstehen“ sonst ist der Stammplatz weg. Zu Robin Dutt ist zu sagen, dass er, als Lehre aus diesem Spiel, langsam mal auf einen 2-Mann-Sturm setzen sollte und dafür dem formschwachen Rolfes eine Denkpause verpassen sollte. In den letzten 5 Bundesligaspielen bis zu Winterpause müssen noch mindesten 10 Punkte her, sonst wird es nicht nur für die Erreichung der Saisonziele eng, sondern auch für unseren Cheftrainer.

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