Talente von der Rur V

Im 5. Teil der Reihe „Talente von der Rur“, stell ich euch zwei sehr erfahrene Spieler aus Düren vor. Beide haben bereits mehrere Jahre bei unterschiedlichen Vereinen professionell Fußball gespielt, sodass der Titel „Haudegen von der Rur“ zumindest für einen der beiden Spieler zutreffen würde. Beide können bereits Einsätze in der Zweithöchsten deutschen Spielklasse vorweisen und einer von beiden war bereits in der höchsten Spielklasse aktiv.

Sven Schaffrath

Der erste „Haudegen“ von der Rur ist der 27-jährige Sven Schaffrath. Er begann seine Karriere bei der Germania aus Binsfeld und wechselte im Jahr 1998 zu Bayer 04 Leverkusen, wo er alle Jugendteams durchlief.  Ab 2002 spielte er dann für das Reserveteam der Werkself in der Oberliga und konnte im 2. Jahr den Aufstieg in die Regionalliga (früher dritthöchste Liga) feiern. Da Schaffrath aber nach einer Regionalligasaison wenig Perspektiven beim Werksclub sah, entschied er sich zu einem Wechsel zum Regionalligakonkurrenten aus Wuppertal. Dort war der junge Dürener ein wichtiger Ergänzungsspieler. Er absolvierte in 2 Jahren 33 Spiele und schoss  ein Tor. Zur Saison 2007/08 wechselte Schaffrath innerhalb der Regionalliga zu RW Ahlen, wo er sich auf Anhieb zum Stammspieler entwickelte und 34 Spiele absolvierte. Sven Schaffrath war fester Bestandteil der Aufstiegsmannschaft und hatte mit seiner soliden Abwehrleistung einen großen Anteil an der Meisterschaft seines Clubs. In der Hinrunde der Saison 2008/09, in seiner ersten Saison in der 2.Liga, kam Schaffrath nur 3mal zum Einsatz, sodass er es vorzog im Januar zu Erzgebirge Aue in die neugegründete 3. Liga zu wechseln, wo er sich mehr Einsatzzeiten versprach. Dort wurde der fleißige Schaffrath wieder auf Anhieb Stammspieler auf der Position des Linksverteidigers. Insgesamt kam Schaffrath in der Rückrunde 2008/09 auf 17 Einsätze in der 3.Liga. In der Saison 2009/10 verlor Schaffrath seinen Stammplatz dann an den nicht minder talentierten Arne Feick, sodass er in der Aufstiegssaison seines Vereins nur auf 14 Einsätze für die 1. Mannschaft von Erzgebirge Aue kam. Nachdem sein Vertrag im Erzgebirge nicht verlängert wurde, wechselte Schaffrath zurück in seine Heimat und heuerte bei der Viktoria aus Arnoldsweiler an. Nach einer halben Saison in der Mittelrheinliga, in der er mehrfach seine Klasse unter Beweis stellen konnte, bekam er ein Angebot des Regionalligisten VfB Lübeck. Dort kam er bisher 9mal zum Einsatz und spielte alle seine Spiele durch. Vor allem sein Trainer Peter Schubert hält große Stücke auf Schaffrath: „Er wird uns mit seiner Erfahrung deutlich weiterhelfen und schnell in der Lage sein, die Mannschaft mit zu führen“ (Kicker).

Sven Schaffrath brachte es auf über 30 Spiele in den Jugendnationalmannschaften, von der U-15 bis zur U-20 und spielte dabei mit Spielern wie Bastian Schweinsteiger (Bayern), Michael Rensing (Köln) oder Piotr Trochowski (FC Sevilla) zusammen.

 

Macchambes Younga-Mouhani

Bei dem zweiten Spieler aus der Region passte der Ausdruck „alter Haudegen“, wie die Faust aufs Auge.  Der 37 jährige Deutsch-Kongolese wechselte  im Jahr 1993 als damaliger Nationalspieler nach Deutschland zu Schwarz-Weiß Düren. Nach zwei Jahren beim Dürener Traditionsverein bekam er die Chance zur Borussia aus Mönchengladbach zu wechseln. Dort kam er in der Saison 1995/96 zu gerade mal 2 Erstligaeinsätzen und entschied sich den Verein zu wechseln. In der Saison 1996/97 kam Younga-Mouhani zu 19 Erstligaeinsätzen für Fortuna Düsseldorf und schoss 2 Tore, stieg aber mit der Fortuna in die 2.Liga ab. Damals ahnte er noch nicht, dass seine Karriere in der höchsten deutschen Spielklasse damit beendet war. In der folgenden Saison spielte er in der Hinrunde 10mal für Fortuna Düsseldorf in der 2.Liga und schoss ein Tor. Nach dieser eher durchwachsenen Hinrunde wechselte Younga-Mouhani zu Fortuna Köln, wo er 3 Jahre blieb und im 3. Jahr den Abstieg nicht vermeiden konnte. In den 3 Jahren in Köln machte er 73 Spiele und schoss 20 Tore. Nachdem die Fortuna in die Regionalliga abstieg und in finanzielle Nöte kam, wechselte Younga-Mouhani zu Wacker Burghausen. In Burghausen blieb Younga-Mouhani 4 Jahre, spielte 134 Spiele, schoss 29 Tore und gab 8 Vorlagen. Er war Stammkraft sowie Führungsspieler der Burghauser und überzeugte  Verantwortliche und Fans durch seinen Einsatzwillen. Er konnte in seiner 2.Saison bei Wacker den Aufstieg in die 2.Bundesliga feiern und war daran auch maßgeblich beteiligt. Nach seiner 4. Saison in Burghausen wechselte Younga-Mouhani zu Rot-Weiss Essen in die Regionalliga, wo er direkt in der 1. Saison in die 2.Liga aufstieg, aber dann in der 2. Saison auch direkt wieder abstieg. Er machte in den 2 Jahren in Essen 51 Spiele, schoss 14 Tore und gab 4 Vorlagen. Nach dem Abstieg wechselte er zur Saison 2007/08 mit seinem Trainer Uwe Neuhaus zu Union Berlin, wo er in der zweiten Saison den Aufstieg in die 2.Liga schaffte. Er blieb 4 Jahre in Köpenick und entwickelte sich  zu einem Publikumsliebling. Doch sein Verhältnis zu den Fans in Berlin war nicht immer so gut, so wurde Younga-Mouhani in einem Spiel gegen Dortmund von den eigenen Fans derart ausgepfiffen und beleidigt, sodass Trainer Neuhaus ihn zum Schutz auswechseln musste. Nach 4 Jahren hat sich das Verhältnis zu den Berliner Fans deutlich gebessert und bei Younga-Mouhanis Abschied von Köpenick konnte man sogar einige der Ultras, die eine oder andere Träne verdrücken sehen. Er absolvierte in den 4 Jahren  107 Einsätze und schoss 8 Tore. Nach Abschluss der letzten Saison entschied Younga-Mouhani sich wieder näher bei seine Familie zu sein, die all die Jahre seiner Karriere immer in Düren wohnen geblieben ist, und wechselte zu Wegberg-Beeck in die Mittelrheinliga.  In seiner langen Laufbahn kam Younga-Mouhani zu 15 Einsätzen in der Nationalmannschaft des Kongos.

Sein ehemaliger Trainer Uwe Neuhaus ist von Younga Mouhani regelrecht begeistert: „Charakterlich ist er einwandfrei, ein echter Teamspieler.“ Nach seiner Karriere will Younga-Mouhani auf jeden Fall in Deutschland bleiben und Trainer oder Manager werden, auch der Aufbau einer Fußballschule im Kongo und die Vermittlung von Spielern aus dem Heimatland sind denkbar. Nur in den Wintermonaten möchte Younga-Mouhani in sein Heimatland zurück. „Ich kann mir schon vorstellen, wenn es hier kalt ist, für ein paar Monate nach Afrika zu fahren. Wenn du älter wirst, kannst du es dir nicht leisten, ständig erkältet zu sein“ (Berliner Zeitung).

Quelle: transfermarkt.de

Drei interessante Fakten zu Younga-Mouhani:

  1. Er hat einmal das Tor der Woche geschossen
  2. Er wurde von Stefan Raab zu TV Total eingeladen
  3. Er brach Matias Concha vom VfL Bochum das Bein (nur für die Abgehärteten)

Da dieser Teil eigentlich nicht geplant war, weil ich das „ältere Semester“ nicht auf dem Schirm hatte, wird in dieser Woche noch ein letzter Teil der Reihe „Talente von der Rur“ folgen. Was sagt ihr zu den „alten“ Hasen? Wie gefällt euch die Reihe?

zu Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV

2 Responses to Talente von der Rur V

  1. Jo Ecker sagt:

    tolle Serie…..sehr informativ und lückenlos….

  2. uk sagt:

    Kompliment für die interessanten Texte, besonders Younga-Mouhani ist doch ein richtiger Veteran der zweiten und dritetn Liga.

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